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Selbstfürsorge ist nicht das, was du denkst!

von 6. April 2020 Mai 8th, 2020 keine Kommentare
Selbstfürsorge lohnt sich

Echte Selbstfürsorge – was ist das eigentlich genau? Und vor allen Dingen: Wie geht das?

 

In diesem Artikel erfährst du, wie du echte Selbstfürsorge im ganz normalen Alltag leben kannst. Und was dir das überhaupt bringt…

Bei dem Wort Selbstfürsorge denken die meisten automatisch an ein Wellnesswochenende, ein Schaumbad oder ein gutes Buch.

Tatsächlich hat echte Selbstfürsorge damit recht wenig zu tun.

Aber was ist Selbstfürsorge dann genau?

Stell dir mal eine Mutter mit ihrem Neugeborenen vor. Sie ernährt es, gibt ihm also genügend zu essen und zu trinken. Sie trägt es, sie schaukelt es, sie singt ihm vor. Damit es sich sicher und geborgen fühlt.

Sie streichelt es und küsst es und bringt damit ihre Liebe zum Ausdruck. Und irgendwann später wird sie ihm viele Dinge bei. Dadurch wird die Neugierde und das Bedürfnis zu Lernen abgedeckt. Die Mutter versucht vollkommen auf die Bedürfnisse des Babys einzugehen.

All diese Dinge tut eine Mutter aus Fürsorge. Sie umsorgt ihr Baby fürsorglich, damit es alles bekommt, was es braucht, um sich gut zu entwickeln.

Wie du siehst geht es hier um unterschiedliche Ebenen: Nahrung für den Körper und für die Seele. Beides ist wichtig.

Wenn du all diese Dinge, die eine Mutter für ihr Baby tut, für dich selbst tust, dann nenne ich das echte Selbstfürsorge.

Und das Wellnesswochenende? Dass ist ein bisschen wie die Krabbelgruppe. Nice to have, aber im Prinzip nicht wirklich wichtig für das Baby.

Versteh mich nicht falsch: Ich liebe Wellnesswochenenden. Ich liebe Wellnessbehandlungen und ich liebe es, die Seele mal richtig baumeln zu lassen. Aber es ist halt nur ein ganz kleiner Teil der Selbstfürsorge.

Außerdem hinkt der Vergleich mit dem Wellnesswochenende auch deshalb, weil wir das in der Regel höchstens 1 – 2 mal im Jahr machen. 2 Wochenenden Selbstfürsorge im Jahr? Damit kommst du nicht weit.

Selbstfürsorge sollte etwas sein, was du ganz natürlich im Alltag lebst. Und zwar jeden Tag.

Und wie geht das dann: echte Selbstfürsorge leben?

Wenn du dich gut um dich sorgen willst, dann ist es wichtig genau, wie bei dem Beispiel der liebenden Mutter, alle Ebenen zu nähren.

Sorge also gut für deinen Körper, Geist und Seele!

Und wie du das am besten anstellst, darauf gehe ich jetzt näher ein. Denn es gibt kein Standardwerk, dass für jeden Menschen gleich funktioniert.

1. Körperliche Selbstfürsorge

Beim Körper könnte man meinen: Ach, das ist ja einfach mit der Selbstfürsorge.

Essen und Trinken. Genügend Bewegung und Schlaf. Hygiene und Körperpflege. Und dass war’s. Dann hat der Körper alles was er braucht.

Naja, ganz so einfach ist es nicht. Es geht natürlich auch darum, was du isst.

Sind es Lebensmittel, die dich wirklich nähren? Kann dein Körper sie gut verstoffwechseln? Was trinkst du? Welche Art von Bewegung ist das beste für dich und deinen Körper.

Hier gibt es so unendlich viele unterschiedliche und kontroverse Konzepte, das man verrückt werden kann.

Deshalb ist hier mein Tipp recht einfach:

Probiere einfach viele unterschiedliche Sachen aus, und schau, was für dich am besten funktioniert. Das gilt fürs Essen genauso wie für die Bewegung.

Sei achtsam beim Essen. Was liegt dir schwer im Magen? Nach welchen Lebensmitteln fühlst du dich unwohl und aufgebläht?

Wann fühlst du dich angenehm satt? Vielleicht sogar richtig energiegeladen nach dem Essen?

Am besten probierst du mal beide Extreme aus. Total gesund, viel Obst und Gemüse, viel Wasser und Tees. Und dann das andere extrem. Viel Fett, kaum frische Sachen, viel Zucker.

Und dann finde für dich einen guten Mittelweg, mit dem du dich so richtig wohl fühlst.

Körperlich und auch seelisch. Denn, mal ganz unter uns, mit dem ein oder anderen Stück Schokolade füttern wir eher unsere Seele als unseren Körper.

Bei der Bewegung kannst du dich mal an deine Kindheit zurück erinnern. Welche Sportart ist dir als Kind besonders leicht gefallen? Wo hast du dir schwer getan? Und natürlich: Was hat dir besonders viel Spaß gemacht?

Davon kannst du schon mal ableiten, was für dich in Frage kommt und was nicht.

Auch beim Schlaf ist jeder Körper sehr unterschiedlich. Wie viel Schlaf ist für dich am besten? Wie viel Schlaf braucht dein Körper?

Fazit:

Probier vieles aus, um heraus zu finden was für deinen Körper das Beste ist. Finde eine gute Kombination, mit der du dich rundherum Wohl fühlst. Und dann setze das in deinem ganz normalen Alltag um. Denn Selbstfürsorge soll ja auch Spaß machen!

2. Seelische Selbstfürsorge

Hier wird’s ein wenig kniffliger. Erinnere dich an mein Beispiel der Mutter.

Sie schenkt ihrem Baby Liebe, Aufmerksamkeit, Geborgenheit und Sicherheit.

Wie soll ich mir das denn selbst geben? fragst du dich jetzt vielleicht.

Tatsächlich sind das alles Dinge, die wir gerne nach „außen“ verlagern. Andere sollen mir das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Andere sollen mich lieben. Andere sollen mir Aufmerksamkeit schenken.

Der ein oder andere mag vielleicht jetzt denken: Das kann ich mir doch selbst gar nicht geben!

Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Liebe, Geborgenheit, Vertrauen – all das sind Dinge, die in erster Linie in uns sind. Denn nur wenn sie in uns sind, können wir sie von außen annehmen.

Kann ich es aushalten aufrichtig geliebt zu werden, wenn ich mich selbst nicht liebe? Wohl kaum.

Wie kann ich also auf seelischer Ebene Selbstfürsorge praktizieren?

Dafür habe ich zwei Übungen für dich rausgesucht. Einmal für Geborgenheit und Sicherheit in dir und einmal für mehr Selbstliebe.

Übung 1: Der sichere Ort in Dir – eine Übung für innere Geborgenheit und Sicherheit.

Es geht darum, einen sicheren Ort in dir zu finden. Einen Ort, an dem du dich nicht nur sicher sondern auch total geborgen fühlst.

Wenn du soweit bist, den sicheren Ort in dir zu finden, schließe deine Augen und stell dir vor deinem inneren Auge eine Ort vor, an dem du dich total wohl fühlst.

Das kann ein Ort sein, an dem du tatsächlich schon mal warst, ein Ort an dem du regelmäßig bist, oder ein Ort aus deiner Kindheit zum Beispiel. Das kann aber auch ein Ort in deiner Fantasie vor.

Stelle dir den Ort vor deinem inneren Auge so lebendig wie möglich vor. Stell dir vor, du bist jetzt an diesem Ort.

Wie fühlt sich das an? Wo kannst du die Sicherheit und die Geborgenheit, die der Ort in dir auslöst in deinem Körper spüren? Wie groß ist das Gefühl? Welche Farbe hat es? Ist es warm dort? Gibt es vielleicht einen Geruch, den du damit verbindest?

Tauche ein in dieses Gefühl, was der sichere Ort in dir auslöst. Und suche dir einen Anker, wie du dir dieses Gefühl immer wieder hoch holen kannst. Zum Beispiel die Hand auf die Körperstelle legen, wo das Gefühl am stärksten ist.

Mach diese Übung regelmäßig so lange, bis du das Gefühl deines sicheren Ortes direkt in dir abrufen kannst, ohne die Übung zu machen.

Und immer, wenn du das Gefühl hast, du brauchst Geborgenheit und Sicherheit holst du dir das Gefühl hoch oder reist innerlich an deinen inneren sicheren Ort.

Übung 2: Der Gesichtsspiegel, eine Übung für mehr Selbstliebe

Die Gesichtsspiegel-Übung ist hervorragend geeignet um deine Selbstliebe zu stärken. Und das ist ein ganz essentieller Punkt in der Selbstfürsorge.

Schau dich 2 Wochen lange, jeden Tag 3 mal im Spiegel an. Ungeschminkt, ungekämmt, ohne Schmuck – ganz natürlich du! Betrachte dein Gesicht ganz genau, jeden einzelnen Teil. Zum Schluss schaust du dir in die Augen.

Wie fühlt sich das an? Was magst du an dir? Was magst du nicht?

Versuche all das wahrzunehmen, ohne es zu bewerten.

Dann sagst du zu dir „Ich nehme mich so an, wie ich bin.“ „Ich liebe mich, so wie ich bin“.

Wie geht’s dir damit? Kannst du das ohne Widerstand sagen? Wenn Widerstand auftritt, wie stark ist er auf einer Skala von 1-10? (das brauchst du auch in den nächsten Wochen, damit du die Veränderungen bei deinen Widerständen sehen kannst.)

Beginne dann ein Selbstgespräch.

1. Auch wenn die dies und jenes als Makel sehe, nehme ich mich genauso an, wie ich bin.

2. Alle Teile & Aspekte gehören zu mir, auch die, die ich nicht mag.

3. Ja, das bin ich! Ich liebe mich genau so, wie ich im Moment bin. Ich nehme mich so an, wie ich bin.

Nimm dir nach der Übung Zeit um nachzuspüren, wie es dir mit der Übung geht. Kannst du das gut annehmen, oder bewertest du viel. Fällt es dir leicht, dich anzunehmen, oder wertest du dich eher ab?

Das Ziel ist, dass du immer mehr dazu in der Lage bist, dich anzunehmen und so zu akzeptieren, wie du bist. Ohne Bewertung und ohne Abwertung!

Mach die Übung regelmäßig und du wirst sehen, wie die Widerstände immer weniger werden.

Auch das du dir selbst Aufmerksamkeit gibst, gehört zur Selbstfürsorge. Doch wie soll das gehen?

Die beste Form von Aufmerksamkeit, die du dir selbst schenken kannst ist Achtsamkeit.

Sei achtsam mit dir.

Ich definiere achtsam sein so, dass du versuchst ganz im hier und jetzt zu sein. Sei ganz präsent und spüre in dich rein.

Wie geht’s mir gerade? Wie fühle ich mich gerade? Welche Stimmung habe ich? Welche Bedürfnisse habe ich gerade? Welche Bedürfnisse kann ich direkt erfüllen?

Das bedeutet für mich auch Gefühle zu spüren, wahrzunehmen und zuzulassen, die du vielleicht gerade gar nicht spüren möchtest, wie z.B. Traurigkeit, Wut oder Enttäuschung.

Es geht darum zu spüren und es zuzulassen. Statt wegdrücken und verdrängen.

Was soll das bringen?

In dem Moment, in dem du nicht annimmst was ist, kämpfst du gegen die Realität. Und das funktioniert langfristig nicht. Verdrängte Gefühle sind vielleicht im Moment nicht mehr spürbar, aber sie sind nicht weg. Irgendwann kommen sie wieder hoch, aber dann kannst du sie nicht mehr zuordnen.

Von daher ist es viel besser für unser seelisches Wohlbefinden, Gefühle die da sind auch wirklich da sein zu lassen und zu durchleben.

So, und als zweiter Aufmerksamkeits-Tipp kommt jetzt doch noch das Wellnesswochenende ins Spiel.

Schenke dir auch selbst Aufmerksamkeit indem du dich einfach – über das normale Maß hinaus – verwöhnst. Eine Massage, ein Wellnesswochenende oder ein gemütlicher Abend im Kino. Wonach auch immer dir gerade ist.

3. Selbstfürsorge für deinen Geist

 

Je wacher wir durchs Leben gehen, desto lebendiger fühlen wir uns.
Deshalb halte deinen Geist und dein Gehirn in Bewegung.

Tägliche Routine, immer derselbe Trott lässt uns geistig einschlafen. Das ist natürlich mal total okay, sollte sich aber nicht dauerhaft einschleichen.

Du kannst dich und deinen Geist wach halten, indem du regelmäßig Dinge anders machst. Und auch immer wieder neue Dinge ausprobierst.

Zum Beispiel eine andere Strecke joggen, als immer deine Stammstrecke. Oder mal ganz neues Essen ausprobieren, das du noch nie gegessen hast. Oder mal ein Buch lesen, das in eine ganz andere Richtung geht als normal. Vielleicht mal ein Fantasyroman lesen anstatt immer einen Krimi.

Es reicht also schon Kleinigkeiten in deinem Alltag verändern. Das gibt neue Impulse und Reize…und das macht uns wach.

Und natürlich kannst du deinen Geist auch füttern indem du neue Sachen lernst. Eine neue Sprache, ein neues Hobby – worauf auch immer du Lust hast.

4. Psychohygiene unterstützt dich bei der seelischen Selbstfürsorge.

Weitere Tipps, wie du gut für dich sorgen kannst, findest du in meinem ausführlichen Artikel über Psychohygiene.

***

Ich hoffe, ich konnte dich zum wichtigen Thema Selbstfürsorge inspirieren.

Probiere die Übungen unbedingt aus. Du wirst sehen, sie steigern nicht nur dein Wohlbefinden sondern machen auch Spaß!

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Foto für Seite Lebenskrise überwinden

Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Denn ich bin überzeugt, dass der Schlüssel zum Glück nur in uns liegt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen und verstehen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München. Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich freu mich, wenn dir mein Artikel gefallen hat. Wenn es Themen gibt, die dich besonders interessieren, dann schreib mir gerne unter mail@rosinageltinger.de.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren und blogge hier auf meinem Blog www.rosinageltinger.de/blog. Mehr über mich erfährst Du hier.

Rosina Geltinger
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach,
holistische Psycho-Kinesiologin,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
www.facebook.com/RosinaGeltinger
www.xing.com/profile/Rosina_Geltinger

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