Gedanken

Wie Du negative Gedanken los wirst…

von 7. September 2020 September 24th, 2020 keine Kommentare
Cover negative Gedanken

Negative Gedanken loswerden – so funktioniert’s!

„An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.“ – William Shakespeare

 

Wow – was für ein Abend, was für ein Date! Einfach grandios! Der Typ war charmant, witzig und wirklich attraktiv. Und das Beste: er hat auf den ersten Blick keine gravierenden Mängel. Das fühlt sich gut an, so gut wie schon lange nicht mehr.

Euphorisch und beschwingt schlendert Julia zur Tram und lässt den Abend noch einmal Revue passieren.

Und baaaaahhhhhmmmm! Plötzlich fangen sie an. Einfach so, aus dem nichts: Die negativen Gedanken, die das berühmte Haar in der Suppe suchen!

Auf einmal schwirren Gedanken in Julia’s Kopf wie:

Wie hat er den eigentlich dies und jenes gemeint?
Und so, wie er über seine Ex gesprochen hat, also, ich weiß nicht. Vielleicht ist er doch noch nicht über sie hinweg.
Und überhaupt, ob er die vielen Komplimente überhaupt ernst gemeint hat? Sicher nicht, der wollte mich bestimmt nur ins Bett kriegen.

Ha, von wegen keine Mängel! Und so ging es munter weiter in ihrem Kopf…

Als sie eine halbe Stunde später zu Hause war, war von der ursprünglichen Euphorie absolut nichts mehr übrig. Nein, in Wahrheit fühlte sich Julia, als hätte sie das schlimmste Date ever hinter mir.

Na bravo!!! Das hat sie sich jetzt mal richtig schön schlecht gedacht.

negative Gedanken machen uns traurig

Was ist da jetzt eigentlich genau passiert?

Julia hatte ein schönes Erlebnis, und plötzlich haben sich negative Gedanken eingeschlichen, die scheinbar machtvoller waren, als das Erlebnis. Denn plötzlich fühlte sie sich schlecht, obwohl es ein total schöner Abend war.

Ziemlich verrückt eigentlich, wenn man so drüber nachdenkt, oder?

Aber weißt du, was noch verrückter ist: Das ist kein Einzelfall. Das ist nicht ungewöhnlich. Sowas passiert ständig. In den unterschiedlichsten Situationen.

Entweder sind wir von vornherein schon negativ eingestellt, oder aber es passiert wie in Julia’s Beispiel.

Kennst du das von dir auch? 

Es ist vielleicht nur ein schwacher Trost, aber:

Damit bist du ganz und gar nicht alleine! Sehr, sehr viele Menschen quälen sich tagtäglich mit negativen Gedanken, und wissen nicht, wie sie das abstellen können.

Wenn wir ab und zu mal einen negativen Gedanken haben, dann ist das kein Problem. Meistens wird aber eine Kettenreaktion draus. Auf einen negativen Gedanken folgt der nächste, und dann der nächste…solange bis es nur noch negative Gedanken gibt. Und spätestens dann fühlen wir uns schlecht.

Dann habn ma an Dreg im Schachterl – wie man im Bairischen so treffend sagt. Bedeutet übersetzt so viel wie: Da haben wir den Salat.

Das Problem mit negativen Gedanken ist, dass sie uns nichts Gutes tun. Sie hemmen und blockieren uns.

Negative Gedanken…

– kosten uns viel Energie 
– sorgen dafür, dass wir viel an uns zweifeln
– rauben uns Lebensfreude
– schüren Ängste 
– machen unser Leben mühsam und anstrengend 
– gestalten unsere negative Realität.

Wir können also zusammenfassen: negative Gedanken nehmen uns viel und bringen uns absolut nichts.

So, und das führt uns zu der wirklich interessanten Frage:

Wie können wir unsere negativen Gedanken los werden?

Und vor allen Dingen: Geht das überhaupt? Ja, das geht.

Es gibt wirklich wirkungsvolle Wege, Techniken, Strategien, wie auch immer du es nennen magst, mit denen Du negativen Gedanken verändern kannst.

Und zwar so, dass sie dich nicht mehr blockieren und keine Lebensfreude mehr rauben!

Vorausgesetzt, dass die negativen Gedanken „hausgemacht“ sind. Dass heißt, dass die negativen Gedanken in dir entstehen, ohne dass es einen wirklich Grund dafür gibt.

Wenn die negativen Gedanken allerdings ein Symptom von etwas tiefer liegendem ist, dann werden sie durch die Techniken nicht verschwinden. Dann muss die Ursache mit einem Therapeuten bearbeitet und aufgelöst werden.

Negative Gedanken rauben Lebensenergie

1. Beobachte dich und deine negativen Gedanken

Oft haben wir negativen Gedanken, ohne sie überhaupt zu bemerken.

Sie laufen wie der Untertitel eines Films einfach in unserem Kopf ab, ohne, dass wir es überhaupt bewusst wahr nehmen.

Aber auch wenn die negativen Gedanken im Prinzip nur wie Hintergrundmusik dahinplätschern, beeinflussen sie unser denken, fühlen und handeln.

Deshalb ist es so wichtig dir erst mal bewusst zu werden, wie oft du eigentlich negative Gedanken hast. Und welche.

Denn du kennst ja die Regel: Wir können nur etwas ändern, was uns auch wirklich bewusst ist!

Sobald dir deine negativen Gedanken bewusst sind, kannst du mit den Veränderungs-Techniken loslegen.

2. Der Gedanken-Stopp

Das ist eine Methode die viel in verhaltenstherapeutischen Sitzungen verwendet wird. Es ist eine Selbstkontrolltechnik. Diese Technik dient dazu Grübeleien und unerwünschte Gedanken zu unterbrechen.

In einer therapeutischen Sitzung funktioniert der Gedanken-Stopp so:

Der Klient schließt seine Augen und konzentriert sich auf seine negativen Gedanken. Sobald er sich „eingefühlt“ hat, klatscht der Therapeut (ohne Vorwarnung) in die Hände und ruft laut „STOPP“.

Dadurch erschrickt der Klient natürlich. Er darf die Augen wieder öffnen und merkt recht schnell, dass die Gedanken weg sind.

So ähnlich kannst du das auch alleine machen. Sobald du merkst, dass du negative Gedanken hast, kannst du selbst laut zu dir „Stopp“ sagen und dabei selbst in die Hände klatschen, oder dir einen Ruck geben, oder dich zwicken.

3. Der positive Gegengedanke

Es ist super, wenn du deine negativen Gedanken stoppen kannst, z.B. mit der Gedanken-Stopp Technik. Aber das bringt erst mal nicht viel.

Weil…was ist denn dann? Welche Gedanken hast du dann statt dessen?

Ganz genau – ein super Punkt!

Du brauchst gute Alternativen zu deinen negativen Gedanken, denn sonst sind sie schneller zurück, als du schauen kannst.

Negativen Gedanken wiederholen sich ja ganz oft. Schreib dir deshalb mal all deine negativen Gedanken auf, die immer und immer wieder kommen.

Nimm ein Din A4 Blatt und mach einen Strich in der Mitte. Links schreibst du deine negativen Gedanken rein.

Und dann überlegst du dir: Was würde ich gerne statt dessen denken? Welcher andere Gedanke würde mir besser gefallen?

Das kann wirklich das genaue Gegenteil sein.

Zum Beispiel: „Das kann ich nicht – Das kann ich“

Es kann aber auch ein ganz anderer Gedanke sein, der nicht direkt vom negativen Gedanken abgeleitet wurde.

Zum Beispiel: „Das kann ich nicht – Ich probiere einfach neue Dinge aus, weil ich Lust darauf habe“.

Am Ende dieser Übung hast du eine Liste mit spannenden, neuen Gedanken.

Und ab jetzt kannst du dann immer nach dem Gedanken-Stopp ganz bewusst einen deiner neuen Gedanken denken. Sag dir den neuen Gedanken innerlich immer und immer wieder vor.

Das ist tatsächlich vergleichbar mit dem Fitness-Studio. Wenn du Muskeln aufbauen möchtest, musst du trainieren. Und mit den Gedanken funktioniert es genau so!

4. Raus aus dem Kopf

Wir sind alle furchtbar verkopft. Wir wollen alles über unseren Kopf lösen. Wir analysieren, intellektualisieren, wir rationalisieren. Alles wird über den Kopf geregelt.

Deshalb ist das Problem mit den negativen Gedanken auch so weit verbreitet.

Darum ist eine super effektive Methode negative Gedanken loszuwerden: Raus aus dem Kopf – rein ins Fühlen!

Uns auf unseren Körper zu fokussieren ist die einfachste Methode „aus dem Kopf“ rauszukommen.

Es gibt ganz viele unterschiedliche Methoden um die Körperwahrnehmung zu schärfen.

Zum Beispiel:

  • Atemübungen
  • Achtsamkeitsübungen
  • Entspannungverfahren

Hast du Lust auf ein kleines Experiment?

Wenn du das nächste Mal negative Gedanken hast, halt einen Moment inne.

Nimm ein paar tiefe Atemzüge und dann beginne einen Spaziergang durch deinen Körper. Beginne am Kopf und wandere innerlich durch deinen ganzen Körper.

Wie fühlt sich dieser Teil meines Körpers? Ist er angespannt, ist er entspannt, pulsiert die Stelle, zieht sie oder fühlt sie sich ganz entspannt an? Spüre ich Nervosität oder innere Ruhe?

Und so spürst du deinen ganzen Körper von Kopf bis Fuß durch. Ganz behutsam und ganz achtsam.

Wenn du bei den Füßen angelangt bist, dann schau mal, ob du immer noch negative Gedanken hast 😉

Zu verkopft als Grund für negative Gedanken

5. Überprüfe deine Gedanken auf Realität

Wir gehen davon aus, dass unsere Gedanken wahr sind. Sind sie aber meistens nicht. Deshalb ein kleiner Tipp:

Glaube nicht was du denkst!

Um deine Gedanken einer Realitätsprüfung zu unterziehen kannst du die Fragetechnik von Byron Katie zu Hilfe nehmen.

Frage dich:

  1. Sind meine Gedanken wahr?
  2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass dieser Gedanken wahr ist?
  3. Wie reagierst du oder was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken?

Mit ziemlicher Sicherheit wirst du schon bei der ersten Frage mit „Nein“ antworten. Solltest du die erste Frage doch mit „Ja“ beantworten, kommt wahrscheinlich spätestens bei der zweiten Frage das „Nein“.

Es ist wichtig, dass du deine Gedanken als das siehst, was sie sind: Nämlich deine Gedanken! Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Sie entstehen aus deinem Empfinden, deiner Wahrnehmung, deinen Gefühlen und aus deiner Einschätzung.

Deshalb fühlen sie sich für dich auch so real an.

Diese 4 Fragen können dir dabei helfen, mehr Bewusstsein dafür zu bekommen. Und dadurch verlieren die Gedanken schnell an Macht.

6. Identifiziere dich nicht mit negativen Gedanken 

Gib deinen negativen Gedanken nicht zu viel Macht über dich. Identifiziere dich nicht mit ihnen.

Es sind nur deine Gedanken. Sie machen dich nicht als Mensch aus!

Eine schöne Möglichkeit um den Gedanken nicht zu viel Macht zu geben ist, dass du bei negativen Gedanken innerlich zu dir sagst:

„Danke liebes Gehirn, dass du mir wieder die [deinen negativen Gedanken einsetzen] Geschichte erzählst. Vielen Dank dafür.“

Dadurch entkoppelst du deine Gedanken von dir als Person. Dadurch hebelst du die Identifikation durch die Gedanken aus. Und die Gedanken verlieren an Macht.

Probiere es einfach mal aus.

7. Lass negative Gedanken weiterziehen

Jetzt kommt eine sehr schöne, fast schon meditative Art negative Gedanken loszuwerden.

Schließe deine Augen stell dir vor eine Wolke zieht an dir vorbei.

Stell dir vor, du gibst alle deine negativen Gedanken in diese Wolke.

Und die Wolke zieht weiter, und nimmt all deine negativen Gedanken mit.

Diese Übung musst du wahrscheinlich erst ein wenig in Ruhe üben, bis du sie dann tatsächlich als Sofort-Hilfe-Maßnahme verwenden kannst.

8. Verstärke deine negativen Gedanken nicht

Wir sind Meister darin, mit unserem Handeln noch die negativen Gedanken zu verstärken.

Wir tun Dinge, die unsere negativen Gedanken noch schlimmer machen.

Zum Beispiel:

Ich fühle mich zu dick und hab deshalb ständig negative Gedanken – und dann zieh ich mir im Fernsehen noch eine Castingshow rein mit lauter superdünnen Mädchen. Wow, danach fühl ich mich garantiert noch schlechter.

Ich bin total unglücklich, weil mein Freund mich verlassen hat – und weil das noch nicht schlimm genug ist, schau ich mir auf Insta alle Fotos mit seiner neuen Flamme an.

Ich glaub es ist klar was ich meine.

Lass das bleiben! Tue Dinge die dir gut tun. Tue Dinge, die dich glücklich machen, die dich erfüllen. 

Schwäche deine negativen Gedanken anstatt ihnen noch zusätzlich Futter zu geben.

9. Steigere deine Zufriedenheit

Je zufriedener du in deinem Leben bist, desto weniger wirst du dich mit negativen Gedanken quälen.

Tipps für mehr Zufriedenheit findest du in diesem Artikel.

Mit Seelenglück keinen Artikel mehr verpassen!

Ich hoffe, du kannst viele Impulse aus diesem Artikel mitnehmen.

Wenn du gerne Unterstützung bei der Bearbeitung deiner negativen Gedanken hättest, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenloses Beratungsgespräch.

Lass es dir gut gehen!
Alles Liebe, Rosina


Rosina Geltinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach,
Psycho-Kinesiologin,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
www.facebook.com/RosinaGeltinger
https://de.pinterest.com/rosinageltinger/
https://www.youtube.com/channel/UC68lrWS3OsINLP-x6sRrqfQ

Beitrag drucken

Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

Ein Kommentar hinterlassen