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3 Tipps wie du deine Selbstzweifel überwindest

von 28. Oktober 2019 November 14th, 2019 keine Kommentare

Selbstzweifel kennt jeder, aber können wir sie auch überwinden?

Selbstzweifel kennt jeder.

Auch die Menschen, denen man es nicht ansieht. Die, die immer selbstbewusst und stark wirken, zweifeln oft besonders stark an sich.

Wie ich zum Beispiel. Ich hab jahrelang an mir gezweifelt, weil ich dazu gehören wollte. Egal ob in der Schule, im Sportverein oder in der coolen Clique. Ich wollte dazugehören, und deshalb hab ich mich ständig in Frage gestellt. Aber nach außen hin gemerkt hat man das nicht.

Oder eine Freundin. Sie war jahrelang wirklich überzeugt davon, dass sie keine glückliche Beziehung verdient hat, und suchte beim Scheitern einer Beziehung immer die Schuld bei sich. Nach jeder Trennung fiel sie in ein tiefes Tal voller Selbstzweifel und Selbstmitleid.

Selbstzweifel fühlen sich nicht gut an. Keiner will sie haben. Und doch sind sie ständig präsent.

Doch was bedeuten Selbstzweifel eigentlich genau?

Selbstzweifel

Laut Definition sind Selbstzweifel ein „auf sich selbst, sein eigenes Denken und Tun gerichteter Zweifel. Zweifel bedeutet Ungewissheit, Unsicherheit, Wankelmut.

Also, wenn du an dir selbst zweifelst bedeutet das, dass du eine Unsicherheit in Bezug auf das eigene Denken und Tun hast. Das du dich hinterfragst.

Das ist ja an sich mal nichts schlechtes. Sich hinterfragen, auch mal unsicher sein. Das ist total menschlich und normal.

Aber dennoch verbinden wir mit Selbstzweifel etwas Negatives. Etwas, was wir nicht haben wollen.

Dabei können Selbstzweifel auch unglaublich hilfreich sein.

Zum Beispiel, wenn du mal falsch abgebogen bist. Oder wenn du gegen dein Bauchgefühl gehandelt hast. Oder wenn du etwas tust, was dir überhaupt keinen Spaß macht.

Dann ist es sehr sinnvoll, sich zu hinterfragen. Mal inne zu halten, um gegebenenfalls den Kurs wieder anzupassen.

Stell dir mal vor, du würdest deine Selbstzweifel einfach komplett ignorieren und stoisch weitermachten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das wäre auch nicht gut.

Insofern sind Selbstzweifel wichtige Wegweiser und Indikatoren, wenn du deinen Weg mal überdenken solltest.

Aber warum leiden wir dann so darunter?

Selbstzweifel können einem wirklich das Leben versauen. (Das hab ich hier näher beschrieben: https://rosinageltinger.de/leben-versauen/).

Und oft gibt es vor lauter Selbstzweifeln keinen Platz mehr für Spaß, Leichtigkeit und Gelassenheit.

Und das alles nur, weil wir mal unsicher sind und uns hinterfragen?

Nein, natürlich nicht.

Denn die Selbstzweifel sind nicht das Problem. Das liegt wo ganz anders.

Es geht nämlich nicht um die Selbstzweifel an sich, sondern darum was sie in uns auslösen.

Dazu müssen wir etwas tiefer schauen. Und dann landen wir beim Selbstwertgefühl.

Was haben Selbstzweifel und das Selbstwertgefühl jetzt miteinander zu tun?

Kurz gesagt: Ein „Mangelgefühl“ in unserem Selbstwert aktiviert Selbstzweifel.

Solche Mangelgefühle wie: Ich bin nicht gut genug, ich bin nicht wichtig, ich habe es nicht verdient. (Wie du dich selbst mehr lieben kannst, hab ich in diesem Artikel näher beschrieben.)

Da geht es dann nicht mehr um die ursprüngliche Situation oder den Selbstzweifel an sich, sondern es sind ganz andere Kräfte am Werk, die die Kontrolle übernehmen.

Das fühlt sich an, als würden die Selbstzweifel dich überschwemmen wie eine große Welle, die du nicht kontrollieren kannst.

Auch wenn du vielleicht nach außen hin weiter ganz normal erscheinst, läuft jetzt in deinem Inneren ein Film ab, der dich die ganze Zeit beschäftigt und dein Denken und Fühlen massiv beeinflusst.

Alt eingeprägte Muster und Verletzungen werden aktiviert. Und die spiegeln sich in deinem inneren Hintergrundfilm wieder, von dem du nicht mehr der Regisseur bist.

Und genau das ist der springende Punkt: Du musst wieder Regisseur deines eigenen Lebensfilms werden.

Dann kannst du auch mit Selbstzweifeln ganz souverän umgehen und sie positiv nutzen.

Um dir ein paar Ideen zu geben, wie du das anstellen kannst, hab ich hier 3 Punkte zusammengestellt, die dir dabei helfen deine Selbstzweifel zu überwinden bzw. anders damit umzugehen.

1. Wehre dich nicht

Wenn du merkst, dass du in deinem inneren Film feststeckst, und deine Selbstzweifel dazu führen, dass du dich schlecht fühlst: lass das dahinter stehende Gefühle zu und wehre dich nicht dagegen.

Hinter dem Selbstzweifel steckt immer ein tieferes Gefühl, um das es eigentlich geht.

Und das fühlt sich nicht gut an. Der erste Impuls ist dann: „Oh, das mag ich nicht fühlen. Das fühlt sich nicht gut an. Das will ich weg haben!“.

Aber, der Versuch es „weg haben zu wollen“ bewirkt leider genau das Gegenteil. Je mehr du es weg haben willst, desto intensiver wird es werden.

Auch wenn sich diese Gefühle oft nicht gut anfühlen: Sie sind wichtige Wegweiser deiner Seele.

Sie zeigen dir, wo noch alte Verletzungen begraben sind, oder es blockierende Muster gibt, die gelöst werden möchten.

Wenn du weißt, wie du das nutzen kannst, ist das ein sehr wertvolles Geschenk. Denn deine Seele zeigt dir, wo es noch Arbeit zu tun gibt.

Lasse die Gefühle da sein. Ohne sie zu beurteilen, ohne zu bewerten, einfach nur wahrnehmen und da sein lassen.

An der Stelle finde ich den Satzanfang „Aha, interessant…“ total hilfreich.

„Aha, interessant, jetzt spüre ich, wie ich Angst bekomme“. „Aha, interessant, die Angst fühlt sich so und so an.“ Das hilft dir dabei, genau bei dem zu bleiben, was gerade ist.

Ganz wichtig ist, lasse diese Gefühle zu, aber identifiziere dich nicht damit. Es sind deine Gefühle, aber das bist nicht komplett du. Es ist nur ein Teil von dir, neben ganz vielen anderen Aspekten.

Wenn du die Gefühle, die hinter dem Selbstzweifel stecken zulässt, dann kann ein stückweit Integration und Heilung geschehen. Und dann müssen sich die Gefühle nicht mehr getarnt als Selbstzweifel bei dir melden.

2. Schreibe dein Drehbuch neu

Werde wieder Regisseur deines inneren Filmes und schreib dein Drehbuch neu. Und zwar so, wie du es dir wünschst.

Wenn du merkst, dass du mal wieder in einem inneren Film voller Selbstzweifel feststeckst, dann stell dir vor, dass du den Film zurück spulst.

Und zwar bis zu der Stelle, an der es dir noch gut ging.

Nimm dir einen Moment Zeit um dich wieder in das „gut gehen“ einzufühlen.

Als es dir gut ging, wo hast du das Wohlgefühl besonders intensiv wahrgenommen. Wie fühlt sich das genau an? Welche Farbe hat es? Ist es warm? Das machst du solange, bis du dich wieder gut fühlst.

Und dann überlegst du dir: Wie möchtest du, dass diese Situation jetzt weitergeht? Wie soll dein innerer Film aussehen?

Du kannst dir die wundervollsten Szenarien vorstellen, ganz genau so, wie du es dir wünschst. Lass deinen Träumen freien Lauf lassen. Geht nicht, gibt’s hier nicht!

Ich bin absolut überzeugt davon, dass Walt Disney recht hatte mit seinem Zitat: „Es kann nur das wahr werden, was wir uns auch vorstellen können.“

Deshalb träume so groß und verrückt wie es nur geht.

Wenn du den idealen Verlauf deines Filmes hast, dann stell ihn dir vor. Wie geht der Film jetzt weiter, Szene für Szene, bis zum Happy End. Und versuche dich da richtig einzufühlen.

Wenn du merkst, dass eine Stelle des Filmes dich besonders berührt und sich außergewöhnlich gut an fühlt, dann bleib ruhig etwas länger an der Stelle.

Wo spürst du das? Wie fühlt sich dieses Gefühl an? Wie groß ist es? Ist es luftig oder flüssig? Welche Farbe hat es? Je genauer du für dich das Gefühl beschreiben kannst, desto besser.

Selbstzweifel

Und dann drückst du wieder auf play und lässt den Film weiterlaufen.

Und wenn wieder eine Stelle kommt, die sich richtig gut anfühlt, dann bleibst du da wieder länger, und nimm dir Zeit zum reinspüren.

Und so spielst du den ganzen Film durch bis zu deinem persönlichen Happy End.

Möglicherweise kommt jetzt eine laute, kritische Stimme zum Vorschein, die sagt: Was soll das denn? Das wird ja bestimmt nicht so passieren, wie ich mir das wünsche! Warum soll ich mir das dann vorstellen, das ist ja total bescheuert.

Woher willst du das wissen?

Probiere es einfach aus, lass dich drauf ein und wage den Versuch. Und selbst wenn dein Film nicht Realität wird, hast du trotzdem etwas ganz wichtiges gewonnen. Schöne und wertvolle Lebenszeit, die du sonst mit zweifeln verbracht hättest.

Und noch ein ganz wichtiger Tipp: sei geduldig mit dir.

Es wird dir wahrscheinlich beim ersten Mal sehr schwer fallen. Du wirst immer wieder in die alten Zweiflereien zurückfallen. Das ist vollkommen okay und normal. Nimm das einfach zur Kenntnis, und mach dann einfach wieder weiter mit dem positiven Film.

Das wird mit jedem Durchlauf einfacher.

3. Lege deinen Fokus auf dich

Selbstbewusstsein statt sich der-anderen-bewusstsein!

Die meisten Selbstzweifel entstehen im Kontakt mit anderen. Entweder durch direktes Feedback oder durch Interpretation der Reaktion des anderen ( z.B. der hat dann so komisch geschaut).

  • Du hast das Gefühl nicht gut genug zu sein, weil dein Chef mit deiner letzten Präsentation nicht zufrieden war.
  • Du hast das Gefühl nicht attraktiv genug zu sein, weil dein letztes Date sich nicht mehr gemeldet hat.
  • Du hast das Gefühl langweilig zu sein, weil du nicht die Rampensau auf der Party bist, die alle unterhält.

Befreie dich davon, Zustimmung von den anderen zu brauchen. Befreie dich davon, was die anderen wohl von dir denken.

Solange das eine hohe Priorität für dich hat, bist du abhängig und nicht frei um dein Leben zu leben. Und zwar das Leben, das du dir wünschst!

Versuche nicht die Gedanken und Gefühle anderer zu interpretieren und dementsprechend zu handeln, sondern bleibe bei dir.

Sei dir deiner Selbst, deiner Gefühle und deiner Bedürfnisse bewusst. Wie geht es dir in der Situation? Wie fühlst du dich? Findest du das Gespräch interessant und inspirierend? Oder eben nicht.

Lege den Fokus auf dich. Denn das ist das einzige, worum du dich wirklich kümmern kannst: Darum, wie du dich fühlst und wie es dir geht.

Wenn du aufhörst, es den anderen recht machen zu wollen, und statt dessen in gutem Kontakt mit dir selbst bist – dann werden deine Selbstzweifel automatisch weniger.

Lass es dir gut gehen, Rosina

SeelenGlück – Mach dich auf den Weg zu mehr Selbstliebe, innerer Ruhe und Lebensfreude!

Rosina Geltinger
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Denn ich bin überzeugt, dass der Schlüssel zum Glück nur in uns liegt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen und verstehen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München. Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich freu mich, wenn dir mein Artikel gefallen hat. Wenn es Themen gibt, die dich besonders interessieren, dann schreib mir gerne unter mail@rosinageltinger.de.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kursleiterin für Entspannungsverfahren und blogge hier auf meinem Blog www.rosinageltinger.de/blog. Mehr über mich erfährst Du hier.

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