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Gefühlswelt & GedankenSelbstfürsorge & Stressbewältigung

Überforderung – das kannst du dagegen tun!

By 4. April 2024April 16th, 2024No Comments
Überforderung: Frau sitzt auf einem Bett und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, weil sie sich überfordert fühlt.

Mein Job verlangte wirklich viel von mir ab. Zusätzlich hatte ich die therapeutische Ausbildung begonnen, die viel Zeit und Eigenstudium beanspruchte. Als wäre das noch nicht genug, war auch im Privatleben richtig viel los. Außerdem begann ich durch meine Ausbildung, Beziehungen und die psychische Dynamiken dahinter unter einem ganz anderen Licht zu sehen, zu beobachten und zu reflektieren. Das war toll und hat mich vollkommen in den Bann gezogen, war aber teilweise auch ziemlich anstrengend.

Als ich in einer Therapie-Stunde saß, erzählte ich meiner Ausbilderin, was gerade alles los ist und dass mir das im Moment viel zu viel ist. Da schaut sie mich an und sagte nur „Da hast du dich ja in eine ganz schöne Überforderung gebracht!“. Was? Überfordert? Ich doch nicht! Ist halt einfach grad nur ein bisschen viel. Das ist alles. Ich hatte eine riesige innere Abwehr gegen das Wort Überforderung. Um ehrlich zu sein, dachte ich: „Du blöde Kuh. Was redest du denn von Überforderung? Ich bin nicht überfordert.“

Es dauerte ein wenig, bis ich mir eingestehen konnte, dass sie recht hatte und ich tatsächlich überfordert bin. Und vor allen Dingen, dass das vollkommen okay ist. Überforderung ist nichts Schlimmes. Überforderung bedeutet nicht, dass wir unser Leben nicht im Griff haben. Es heißt auch nicht, dass wir nicht leistungsfähig sind und keine Resilienz haben. Das habe ich erst mal verinnerlichen und annehmen müssen. Seit dem sind über 15 Jahre vergangen, und in den Jahren danach habe ich mit sehr, sehr vielen Klientinnen gearbeitet, die in überforderten Situationen feststeckten.

In diesem Artikel gehe ich detailliert auf die Überforderung, ihre Ursachen und Symptome ein und natürlich auch, was du dagegen tun kannst. In diesen Artikel fließen meine beruflichen und persönlichen Erfahrung mit ein.

Welche Arten der Überforderung gibt es?

Es gibt zwei Arten von Überforderung:

Die erste Art von Überforderung ist der klassische Stress. Es gibt viel zu viele Dinge zu erledigen und du hast keine Ahnung, wo dir der Kopf steht und wie du das alles schaffen sollst.

Die zweite Art von Überforderung ist die emotionale Überforderung. Hierzu gehört unter anderem Trauer, Liebeskummer, negative Gedanken und Sorgen, die ständig in meinem Kopf sind und dich überfordern.

Wenn es blöd läuft, ist es eine Kombination aus beidem. Das ist dann besonders anstrengend.

Es ist egal, in welcher Art der Überforderung du gerade steckst: Es gibt immer einen emotionalen, seelischen Anteil! Wenn du in einer klassischen Stress-Situation bist, dann beeinflusst dieser Stress, wie es dir geht und welche Gedanken und Gefühle du hast. In dem Fall hat die Stress-Situation eine Auswirkung auf dein emotionales Wohlbefinden. Es kann aber auch sein, dass es emotionale Ursachen für deinen Stress gibt, der dir gar nicht bewusst ist, wie zum Beispiel (unbewusste) Glaubenssätze. Dann ist der seelische Anteil der Auslöser.

Bei der emotionalen Überforderung steht der seelische Anteil im Zentrum. Zum Beispiel ist die große Traurigkeit um ein Beziehungsende der Auslöser für das Gefühl der Überforderung.

Woran erkenne ich Überforderung? Häufige Symptome von Überforderung.

Woran merken wir denn überhaupt, dass wir uns überfordert fühlen? Ich war mir dessen damals gar nicht bewusst. Und ich weiß, dass es nicht nur mir so ergangen ist😉.

Hier sind häufige Symptome des Überfordert seins:

– Keinen Ausweg sehen
– das Gefühl haben, machtlos zu sein und nichts ändern zu können
– Resignation (So ist es halt! Muss halt)
– keine klaren Gedanken fassen können
– sich erschöpft fühlen und innerlich unruhig sein
– das Gefühl, dass es keine gute Lösung gibt
– unangemessen reagieren, zum Beispiel zu impulsiv, zu panisch, zu gereizt für die Situation
Unzufriedenheit, die wir nicht zuordnen können
– sich zurückziehen
Selbstzweifel
– negative Gedanken und immer Sorgen machen
– Hilflosigkeit
– schon Kleinigkeiten lösen Stress aus
– Dinge aufschieben
– den Kopf in den Sand stecken
– aus der Situation flüchten wollen

Es kann auch gut sein, dass dein Körper den seelischen Job übernimmt und reagiert. Hier können die Symptome ganz bunt gemischt sein: Anspannung, Schmerzen, Magen-Darm-Probleme, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, Herzstolpern, Schwindel, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Zittern. All das können körperliche Symptome für Überforderung sein.

Die körperlichen Symptome müssen immer von einem Arzt abgeklärt werden, auch dann, wenn du das Gefühl hast, dass die Überforderung die Ursache dafür ist. Wenn medizinisch alles ohne Befund ist, dann kann die Arbeit mit der Überforderung starten.

Wie entsteht Überforderung?

Es können ganz unterschiedliche Situationen dazu führen, dass wir uns überfordert fühlen. Die Ursache dafür sind meist herausfordernde Situationen und Krisen, die wir meistern müssen.

Diese Herausforderungen können

im beruflichen Zusammenhang sein. Du hast das Gefühl, im Job immer alles perfekt machen zu müssen, damit du von deinem Chef die Anerkennung bekommst, die du dir wünschst.

im privaten Umfeld entstehen. Du hast gerade eine schmerzvolle Trennung hinter dir, die dich überfordert.

Sorgen sein, die du dir machst, zum Beispiel über finanzielle Schwierigkeiten oder gesundheitliche Beschwerden.

sich auf eine ganz bestimmte Tätigkeit beziehen. Ich war zum Beispiel damit überfordert, als ich das erste Mal einen Business-Plan schreiben sollte.

aus dir heraus entstehen. Nicht selten sind wir selbst unser „größter Feind“. Wir haben selbst oft sehr hohe Ansprüche an uns, dass wir keine Fehler machen dürfen, dass wir alles perfekt machen müssen, dass wir beweisen müssen, dass wir gut genug sind. Diese Glaubenssätze (und da gibt es noch viel mehr), bringen uns immer wieder in die Überforderung! Hol dir gerne hier meine Checkliste zu negativen Glaubenssätzen.)

Nicht selten treffen mehrere Punkte zu, die das Überforderungsgefühl noch viel intensiver werden lassen.

Welche Auswirkungen hat die Überforderung auf meinen Körper, Gehirn und Seele?

Wenn wir uns überfordert fühlen, steigt unser innerer Stresslevel.

Übermäßiger Stress führt dazu, dass wir mit dem Flucht-, Kampf- oder Totstell-Modus reagieren. Dann können wir nicht klar denken und handeln immer automatisch nach alten Strategien und Mustern, die wir kennen und lange verfeinert und optimiert haben. Ganz unabhängig davon, ob die hier sinnvoll und zielführend sind.

Das liegt daran, dass Energie aus dem Bereich des Gehirns, dass für logisches Denken zuständig ist, abgezogen wird, und in den Bereich geschickt wird, der für Instinkte und Reflexe (Stammhirn) zuständig ist.

Früher, als es für die Menschen wirklich oft um Leben und Tod ging, weil sie z.B. in der Wildnis vielen Lebensbedrohungen ausgesetzt waren, war das ein wichtiger Überlebensmechanismus. Heute haben wir diese Gefahren kaum noch, aber unser Körper reagiert noch nach demselben Muster. Und das ist nicht gerade förderlich, wenn unsere alten Strategien und Muster zur Lösung der Herausforderung nicht dienlich sind.

Deshalb ist es so wichtig, gute Ideen, Strategien und Tipps auf Lager zu haben, wie wir mit Überforderung im Alltag umgehen können.

Das kannst du gegen Überforderung tun – 11 Tipps für dich

Hier habe ich bunt gemischte Tipps für dich zusammengestellt, die du im Alltag ganz einfach und unkompliziert anwenden kannst, um aus der Überforderung rauszukommen. Manche dieser Tipps kannst du direkt anwenden, wenn du in einer überfordernden Situation bist. Andere Tipps unterstützten dich langfristig dabei, Überforderung in Zukunft zu vermeiden.

Mache dir die Überforderung bewusst

Wir können nur Dinge verändern, die uns bewusst sind. Deshalb ist das der erste wichtige Schritt: Mache dir die Überforderung bewusst. Als Erstes die Tatsache, dass du dich überfordert fühlst und als Nächstes nimmst du das mal etwas genauer unter die Lupe.

Was genau überfordert dich? Ist es eine spezielle Situation, sind es mehrere Situationen oder hast du das Gefühl, dass dich gerade einfach alles überfordert. Hinterfrage dann die überfordernden Situationen. Gibt es bestimmte Dinge, die das Gefühl der Überforderung auslösen? Wenn ja, was genau ist passiert, bevor du dich überfordert gefühlt hast? War es ein bestimmter Satz deines Chefs, der Tonfall deines Partners oder die Erwartungen deiner Mutter?

Je genauer du das für dich klar hast, desto schneller kannst du es ändern.

Nimm deine Gefühle an

Ein Punkt, der die Überforderung noch verschlimmert, ist der innere Kampf dagegen. Wir wollen nicht überfordert sein. Es gibt uns das Gefühl, dass wir unser Leben nicht im Griff haben, wenn wir überfordert sind. Wir kämpfen innerlich dagegen an und dadurch fühlt es sich noch schlimmer an.

Deshalb: Sei empathisch mit dir, sei mitfühlend mit dir! Stell dir mal vor, eine Freundin würde zu dir kommen und dir davon erzählen, wie überfordert sie sich fühlt. Zu ihr würdest du auch nicht sagen: „Hast du dein Leben nicht im Griff?“ oder „Warum kriegst du das denn nicht hin, alle anderen schaffen es doch auch!“ Bestimmt wäre genau das Gegenteil der Fall. Du würdest ihr zuhören, mitfühlen und empathisch sein und dann mit ihr nach Lösungen suchen. So wie du mit deiner Freundin umgehen würdest, so gehst du ab jetzt auch mit dir um.

Durchbreche den Stress-Zyklus

Überforderung bringt uns in einen Stress-Zyklus, der sich immer mehr verfestigt und verstärkt. Es gibt einen Auslöser, der aktiviert die „Überforderungs-Stress-Gedanken“ und das führt dazu, dass der Körper in den Stress-Modus gerät und entsprechend reagiert. Solange dieser Stress-Kreislauf aktiv ist, wirst du dich überfordert fühlen, deshalb ist es wichtig, diesen zu durchbrechen!

Die nächsten 3 Tipps helfen dir dabei, diesen Stress-Zyklus zu durchbrechen.

Entspann dich

Wenn wir überfordert sind, sind wir automatisch angespannt. Wenn du es schaffst, dich körperlich zu entspannen, wirst du dich weniger überfordert fühlen. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten zum Entspannen. Aber nicht jede Entspannungsmethode funktioniert bei jedem gleich. Deshalb empfehle ich dir, mal unterschiedliche Entspannungstechniken auszuprobieren und zu schauen, was für dich gut funktioniert und was dir Spaß macht.

Um dich aus einer überfordernden Situation herauszuholen, braucht es Entspannungstechniken, die eine schnelle Wirkung haben, wie z.B. Atemtechniken (der Atem ist so wichtig, deshalb gibt es dazu einen extra Punkt), Kurzform der progressiven Muskelentspannung, Kurz-Meditationen, Mikropausen, Klopftechniken und noch vieles mehr. Probiere dich einfach aus und finde deine Entspannungs-Favoriten.

Achte auf deine Gedanken

„Das schaff ich nie“, „Ich habe keine Zeit“, „Das kann ich nicht“, „Ich muss das perfekt machen“, „Ich darf keine Fehler machen“ – all diese Gedanken verstärken den Stress-Zyklus und sorgen dafür, dass wir uns noch gestresster und überforderter fühlen.

Deshalb achte mal genau auf deine Gedanken. Welche Gefühle lösen die Gedanken in dir aus? Wie würdest du dich gerne stattdessen fühlen? (Wunschgefühl) Welche Gedanken bräuchtest du, damit dieses Wunschgefühl auch tatsächlich eintreten kann? Schreibe dir diese unterstützenden Gedanken auf, und immer wenn du merkst, dass Überforderungs-Gedanken da sind, ersetzt du sie gedanklich mit einem stärkenden Gedanken von deiner Liste.

Schüttel die Überforderung ab

Wie Taylor Swift so schön singt „Shake it off“ und sie hat recht damit, denn das funktioniert. Du kannst Stress und Überforderung abschütteln. Stell dich hüftbreit hin, gehe leicht in die Knie und beginne damit, die erste Hand zu schütteln, dann den ganzen Arm. Dann nimmst du die nächste Hand dazu, dann den nächsten Arm, bis du deinen ganzen Körper, von Kopf bis zur Zehe schüttelst.

Du kannst dir auch vorstellen, wie du die Überforderung einfach weg schüttelst. Mach das ruhig ein paar Minuten lang, bis du das Gefühl hast: Jetzt ist genug. Die Schüttelübung kannst du in akuten Überforderungssituationen machen, aber auch prophylaktisch, damit es erst gar nicht zur Überforderung kommt.

Weniger Überforderung mit Selbstfürsorge

Selbstfürsorge ist einer der langfristigen Tipps. Je mehr du auf dich schaust, je achtsamer du mit dir und deinen Ressourcen umgehst, desto niedriger ist dein innerer Stress-Level. Und je niedriger der Stress-Level, desto länger dauert es, bis wir uns gestresst und überfordert fühlen.

Also, dein Motto sollte sein: Tu dir selbst Gutes – und bitte ganz viel davon.

Es gibt so viele Selbstfürsorge-Dinge, die du tun kannst, deshalb habe ich einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben. Alles, was du über Selbstfürsorge wissen musst, inklusive vielen Übungen, findest du hier: Die ultimative Selbstfürsorge-Anleitung

Gehe aus der Situation

Wenn du dich überfordert fühlst, hilft es oft schon, die Situation zu verlassen. Es bringt nicht viel, weiter in der Situation zu bleiben und dich zu zwingen, das jetzt zu machen oder die Situation auszuhalten. Ein wenig Abstand kann dir helfen, klarer zu denken und wieder den Helikopterblick (den Überblick) zu bekommen. Von dieser Ebene betrachtet, schaut es oft gar nicht mehr schlimm aus.

Da hilft meist schon ein kleiner Spaziergang, eine Mini-Entspannungsübung in einem anderen Raum oder eine Tasse Tee in Ruhe auf dem Balkon. Auch hier kannst du wieder ganz kreativ werden und unterschiedliche Dinge ausprobieren und schauen, was für dich am besten funktioniert.

Atme die Überforderung weg

Die Atmung habe ich schon bei der Entspannung erwähnt, aber für mich ist er so ein großer und wichtiger Aspekt, dass ich ihm einen eigenen Punkt widmen möchte. Wenn wir in den Stress-Kreislauf rutschen, ist der Atem vermutlich das, was am schnellsten reagiert. In dem Moment, wo Stress-Gedanken in meinem Kopf sind, beginnt die Stress-Atmung. Das heißt, ich atme flach und nehme nur wenig Sauerstoff auf.

Wenn ich nur in den Brustkorb atme, entsteht schnell ein Gefühl von Enge, Angst und Panik. Also, die optimale Atmung, um den Stress-Zyklus noch mehr zu verstärken. Das Tolle ist: Wir können mit der Atmung natürlich auch genau das Gegenteil erreichen! Mit unserer Atmung können wir am schnellsten und direktesten beeinflussen, wie wir uns fühlen.

Wenn du das nächste Mal überfordert bist, achte auf deine Atmung. Wie atmest du, wenn du dich überfordert fühlst? Nimm dir dann einen Moment Zeit und nimm mindestens 9 tiefe Atemzüge. Atme tief in deinen Bauch, und beim Ausatmen stell dir vor, dass du die Überforderung ausatmest. Atme tief ein, und die Überforderung aus. Du kannst natürlich mehr als 9 Atemzüge nehmen. Atme so oft tief ein und aus, wie es sich für dich gut anfühlt. Nimm dir danach noch Zeit zum Nachspüren. Wie fühlst du dich jetzt? Ist dein Überforderungsgefühl weniger geworden?

Am besten experimentierst du mit dem Atem. Welche Atemtechnik findest du besonders angenehm? Welche wirkt besonders gut? Wenn du deinen Favoriten gefunden hast, dann übe deine Lieblingstechniken immer und immer wieder. Auch wenn du nicht gestresst und überfordert bist. Denn: Je mehr du sie übst, desto leichter kannst du in Überforderungssituationen darauf zugreifen.

Achte auf deine Bedürfnisse

Und zwar immer! Wenn du im ganz normalen Alltag gut auf deine Bedürfnisse achtest, auf sie hörst und ihnen Platz in deinem Leben gibst, dann

✅ ist das eine wichtige Energietankstelle im Alltag.
✅ fördert das deine Resilienz.
✅ steigert das deine Zufriedenheit.

All diese Dinge stärken dich innerlich und sorgen dafür, dass es erst gar nicht zu Überforderung kommt. Alles, was du über die eigenen Bedürfnisse, und wie du sie gut in den Alltag unterbringen kannst, wissen musst, findest du in diesem Artikel: Überforderung vermeiden, indem du deine eigenen Bedürfnisse besser erkennst und mehr danach lebst!

Die Etappen-Methode

  • Du stehst gefühlt vor einem riesigen Berg von Dingen, die erledigt werden müssen und denkst dir: Wie soll ich das bloß alles schaffen?
  • Du hast ein großes, neues Projekt und da gibt es so unglaublich viele Dinge, die in die Wege geleitet und erledigt werden müssen. Und alles woran du denken kannst ist: Das ist alles viel zu viel, das kriege ich nie im Leben hin!
  • Dein Chef gibt dir ständig neue Aufgaben, obwohl die alten noch nicht abgearbeitet sind und du denkst dir: Das ist einfach nicht machbar!

All diese Situationen haben eins gemeinsam: Sie überfordern uns! Und das ist total normal. Jeder Mensch wäre überfordert, wenn er vor dem Mount Everest steht, und keine Ahnung hat, wie er da hochkommen soll. Kein Mensch würde versuchen, den Berg einfach so zu besteigen. Es braucht Planung, Training und einzelne Etappen.

Die Magie der einzelnen Etappen habe ich in solch überfordernden Situationen für mich entdeckt, und das macht so vieles einfacher und entspannter. Ich zerlege den Berg von Dingen oder das Projekt in viele kleine, überschaubare und machbare Etappen. Ab dann gilt das Prinzip: ein Schritt nach dem anderen!

Mit dieser Taktik habe ich schon so viele Dinge geschafft, von denen ich dachte, dass ich das nie hinkriege! Probiere es einfach mal aus.

Was ist jetzt wichtig? Setze Prioritäten!

Ich war letztens mit den Kindern unterwegs, und da war auch die 5-jährige Nachbarstochter dabei. Wir liefen so nebeneinander her und unterhalten uns und ich erzähle ihr, was ich alles zu erledigen habe, wenn wir wieder zu Hause sind und dass ich nicht weiß, was ich als Erstes machen soll. Sie schaut mich an und sagt: „Das ist doch ganz einfach.“ Ich so: „Aha, erzähl mal.“ Sie: „Was ist denn am wichtigsten? Das machst du als Erstes“. Ich fand das wirklich sehr beeindruckend für eine 5-jährige. Und natürlich hat sie vollkommen recht.

Wenn du als deine vielen To do’s in einzelne Etappen eingeteilt hast, dann setze als nächstes Prioritäten. Was ist am wichtigsten, was ist am dringlichsten, was ist zeitkritisch und was ist zwar wichtig, aber nicht dringlich. So sortierst du dir deine Aufgaben und nimmst dir als Erstes den Prio 1 Stapel vor, alles andere kommt später.

Verändere Situationen, die regelmäßig Überforderung in dir auslösen

Nachdem du herausgefunden hast, was Überforderung in dir auslöst, kannst du damit beginnen, die überfordernde Situation zu verändern. Das kann von einem einfachen, unkomplizierten Gespräch bis hin zu einer grundlegenden Veränderung alles sein.

Gerade ist eine Klientin von mir auf Jobsuche, weil der alte Arbeitgeber Anforderungen an die Mitarbeiter stellt, die sie überfordert haben und die sie nicht erfüllen möchte. Das wäre eine grundlegende Veränderung. Wenn du merkst, dass du dich überfordert fühlst, wenn deine Mutter was von dir fordert, dann kannst du in einem offenen Gespräch mit ihr darüber reden und ihr könnt gemeinsam Lösungen finden. Wenn dein Haupt-Überforderungsgrund der ist, dass du ständig unterbrochen wirst und nie eine Sache in Ruhe erledigen kannst, dann ist es ein organisatorisches Thema.

Was auch immer bei dir die Überforderung auslöst, frage dich: Was kann ich tun, um die Situation positiv zu beeinflussen?

Hol dir Hilfe

Wenn du das Gefühl hast, aus dem Überforderungsmodus nicht mehr alleine rauszukommen, dann hol dir externe Unterstützung. Damit musst du auch nicht lange warten und die Überforderung ewig „aushalten“, bevor du dir Hilfe holst. Das kostet dich nur unnötig Kraft und sorgt dafür, dass sich dein Leben anstrengend anfühlt.

Es gibt drei Hinweise, bei denen ich dir empfehlen würde, dir Hilfe zu suchen:

1. Dein Bauchgefühl

Dein Bauchgefühl sagt dir, dass es immer so weitergeht, wenn du dir keine Hilfe holst. Das Bauchgefühl ist ein verdammt kluger Kopf. Diese Karte hängt in meinem Büro. Die habe ich von einer Klientin geschenkt bekommen, die am Anfang unserer Arbeit mit dem Bauchgefühl so gar nichts anfangen konnte. Das hat sich im Laufe der Zeit komplett verändert 😉. Auf jeden Fall habe ich über die Jahre hinweg die Erfahrung gemacht, dass das Bauchgefühl wirklich ein kluger Kopf ist. Es lohnt sich, ihm nachzugehen.

2. Schon vieles probiert

Du hast schon vieles ausprobiert, aber nichts hat wirklich dauerhaft funktioniert oder geholfen. Es gab immer wieder Erleichterung, und auch Phasen, in denen es besser ging, aber im Grunde kommst du immer wieder an einen Punkt der Überforderung und des Stresses.

3. Immer wieder dieselbe Situation

Ich habe schon von meiner Klientin erzählt, die gerade auf Jobsuche ist, weil die Arbeitsstelle viel zu hohe Erwartungen an die Mitarbeiter hat. Das passiert dieser Klientin nicht zum ersten Mal, mittlerweile ist es der dritte Arbeitgeber (von Vieren) bei dem es so ist. Da steckt also offensichtlich ein Muster dahinter, das wir jetzt gemeinsam bearbeiten. Wenn du also immer wieder in dieselben Situationen gerätst, zwar anderes Umfeld, andere beteiligte Personen, aber dasselbe Gefühl der Überforderung, dann empfehle ich dir auch sehr, dir externe Hilf zu holen.

Wenn einer der Punkte auf dich zutrifft, dann buche dir gerne hier einen Termin für ein unverbindliches und kostenfreies Erkenntnis-Coaching. Da sprechen wir über deine aktuelle Situation und darüber, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

An der Ursache ansetzen

Egal, wie deine Situation konkret aussieht und ganz unabhängig davon, was deine Überforderung auslöst: Ich würde dir immer empfehlen, an der Ursache anzusetzen. Denn nur dann kann eine langfristige Veränderung passieren. Oft ist die wahre Ursache versteckter und nicht ganz so offensichtlich, wie wir denken.

Es kann sein, dass

…es alte Muster und Glaubenssätze sind, die dich immer wieder in diese überfordernden Situationen bringen.

…systemische Aspekte die Ursache für die Überforderung sind.

…dein inneres Kind hier einen großen Anteil hat.

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, da können noch sehr viele andere tiefere, versteckte Ursachen dahinterstecken. Wenn du der Ursache auf die Schliche kommen möchtest und dabei Unterstützung brauchst, dann buch dir auch gerne einen Termin für ein Erkenntnis-Coaching.

Fazit

Ich hoffe, in dem Artikel sind zwei Dinge deutlich geworden:

Erstens: Überforderung ist nichts Schlimmes und es ist NICHT deine „Schuld“, dass du dich überfordert fühlst. Du bist damit nicht alleine! Wir haben so oft so viel Herausforderungen zu meistern, dass Überforderung eine normale Reaktion darauf ist.

Zweitens: Du kannst was dagegen tun. Du bist der Überforderung nicht hilflos ausgeliefert.

Wenn du Fragen hast oder irgendwas in dem Artikel unklar ist, dann melde dich gerne bei mir. Ich freue mich, von dir zu lesen.


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