Glaubenssätze

Was ist ein Glaubenssatz?

von 17. Februar 2022 November 4th, 2022 keine Kommentare

Seit einiger Zeit sind Glaubenssätze schwer in Mode. An allen Ecken und Enden und in den unterschiedlichsten Bereichen wird über Glaubenssätze gesprochen.

Ich finde das irgendwie schräg. Denn ich arbeite seit Anfang meiner Selbstständigkeit (seit 11 Jahren!) mit Glaubenssätzen und verstehe nicht ganz, warum sie jetzt plötzlich in aller Munde sind. Aber ich freu mich total darüber, denn so bekommen Glaubenssätze und insgesamt die seelische Arbeit mehr Aufmerksamkeit. Und das finde ich unglaublich wichtig.

Auch wenn das Wort jetzt zwar viel bekannter ist, ist es trotzdem für viele noch mit vielen Fragezeichen versehen. Was ist denn so ein Glaubenssatz überhaupt? Hab ich das auch? Warum sollte mich das überhaupt interessieren? Und was macht so ein Glaubenssatz eigentlich?

Und genau darauf bekommst du jetzt hier Antworten!

Also lass uns loslegen:

Was ist ein Glaubenssatz?

Glaubenssätze sind innere Überzeugungen aus unserer Kindheit, die durch wiederkehrende Erfahrungen entstehen. Sie entwickeln sich in unseren ersten Lebensjahren, laut Fachliteratur im Alter von 0-6 Jahren. Ich persönlich glaube, dass die prägende Phase etwas länger, bis ca. 8 Jahre, dauert.

Hier habe ich mal die Entstehung eines Glaubenssatzes vereinfacht dargestellt:

Und hier mal ein konkretes Beispiel:

Diese inneren Überzeugungen beeinflussen unser gesamtes Denken, Handeln und Fühlen. Viele von den Glaubenssätzen sind uns bewusst, aber sehr viele verschwinden im Laufe der Zeit in unserem Unterbewusstsein, da wir sie so tief in uns verinnerlicht haben.

Die unbewussten Glaubenssätze sind besonders machtvoll, weil sie genauso unser Handeln, Fühlen und Denken beeinflussen wie bewusste Glaubenssätze. Da wir uns dessen aber nicht bewusst sind, werden wir sozusagen von ihnen fremdgesteuert. Darauf gehe ich später noch näher ein.

Übrigens bleiben die Glaubenssätze und die daraus resultierenden Überzeugungen ein Leben lang bestehen, wenn wir nicht aktiv an und mit ihnen arbeiten.

Hab ich das auch, solche Glaubenssätze?

Ja, das hast du auch. Wir alle haben Glaubenssätze. Es gibt keinen Menschen ohne Glaubenssätze. Glaubenssätze können positiv oder negativ sein.

Das heißt manche Menschen haben sehr destruktive Glaubenssätze, die ihnen das Leben schwer machen. Andere Menschen haben sehr viele positive und stärkende Glaubenssätze, die sie in ihrem Leben unterstützen und helfen.

Und die meisten Menschen, die ich bisher kennengelernt habe – egal ob privat oder beruflich – hatten eine bunte Mischung aus beidem.

Sollten mich diese Glaubenssätze interessieren?

Ja, auf jeden Fall! Und ich verrate dir auch gleich warum. Und da kommen wir zur spannendsten Frage:

Was macht der denn eigentlich, dieser Glaubenssatz?

Dass die unbewussten Glaubenssätze ganz besonders viel Macht auf uns ausüben, habe ich ja bereits erwähnt.

Bei positiven und stärkenden Glaubenssätzen ist das super! Die können uns ruhig unser Leben auf allen Ebenen beeinflussen. Denn das fördert unsere innere Stärke, ist gut für unser Selbstwertgefühl und auch für unser Wohlbefinden. Wenn ich viele gute und positive Überzeugungen über mich und mein Leben habe, ist das toll.

Das ist eine super Basis für ein glückliches Leben. Und zum anderen auch eine wunderbare Ressource für schwere Zeiten.

Problematisch wird es allerdings bei negativen Glaubenssätzen, denn die führen genau zum Gegenteil. Sie sorgen dafür, dass wir uns selbst abwerten, ständig an uns zweifeln und uns im Weg stehen.

Hier gibt es zwei wichtige Faktoren, auf die ich näher eingehen möchte:

1. Negative Glaubenssätze haben die Macht, unser Leben komplett zu blockieren und zu sabotieren.

Das Gemeine ist, dass Glaubenssätze sehr subtil wirken können.

Mal angenommen, du hast den Glaubenssatz: Geld verdirbt den Charakter.

Du gibst wirklich alles in der Arbeit, engagierst dich und hast eine Gehaltserhöhung mehr als verdient. Du arbeitest viel zu viel für dein momentanes Gehalt. Und du hast dich endlich getraut, deinen Chef anzusprechen. Zu Hause bereitest du dich richtig gut auf das Gespräch vor. Dein Chef kann gar nicht anders, als dir eine Gehaltserhöhung zu geben.

Endlich ist der Tag des Gespräches da, du bist zwar ein bisschen nervös aber bei deinen Argumenten und mit deiner Vorbereitung kann nichts schief gehen. Denkst du…und was passiert?

Dein Chef bringt zwei, drei schwache Gründe, warum es der Firma im Moment leider nicht möglich ist, dir eine Gehaltserhöhung zu geben und du knickst sofort ein. Wie vom Sande verweht sind alle Argumente und auch die Vorsätze dieses Mal nicht nachzugeben.

Danach ärgerst du dich maßlos. Nicht über deinen Chef, sondern über dich selbst.

Was ist passiert?

Der Teil in dir, der vom Glaubenssatz „Geld verdirbt den Charakter“ gesteuert wurde, war heilfroh, dass du aus der Nummer so leicht wieder rausgekommen bist.

Die Logik dahinter ist: Je mehr Geld du hast, desto schlechter ist dein Charakter. Und der Teil in dir, der ein guter Mensch sein will, ist stärker, als der Teil, der mehr Geld möchte.

Wäre jetzt dein Glaubenssatz, deine feste innere Überzeugung: Geld ist ein fairer Ausgleich für meine Arbeit, meine Energie und meine Zeit, die ich dem Unternehmen schenke! Und im Moment ist da ein Ungleichgewicht zu meinen Ungunsten, dann wärst du ganz anders für dich eingestanden.

2. Negative Glaubenssätze sind unsere Wahrheit

Unsere Glaubenssätze sind für uns so viel mehr als nur Glaubenssätze. Sie sind unsere Wahrheit. Wir glauben unsere Glaubenssätze.

Wenn ich zum Beispiel den Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ habe, wird mich das immer und überall begleiten. In sämtlichen Lebenslagen. Und das ist für mich nicht nur ein Glaubenssatz, sondern das ist meine Wahrheit. So ist es!

Wenn mich Menschen nicht gut behandeln, dann ist das nur wieder ein Beweis dafür, dass ich nicht gut genug bin. ▶ Dadurch verankert sich der Glaubenssatz noch mehr.

Wenn mein Chef mich bei der Beförderung übersieht, ist das ja kein Wunder: Ich bin halt nicht gut genug. ▶ Dadurch verankert sich der Glaubenssatz noch mehr.

Wenn es mit meiner Selbstständigkeit nicht so erfolgreich läuft, dann bin ich offensichtlich nicht gut genug. Dadurch verankert sich der Glaubenssatz noch mehr.

Je öfter sich der Glaubenssatz „bestätigt“, desto mehr wird er verinnerlicht und spiegelt meine innere Wahrheit wider.

Und das hat Konsequenzen auf alle Bereiche deines Lebens!

Deshalb möchte ich dich unbedingt dazu ermutigen: Ja, interessiere dich für deine negativen Glaubenssätze. Beginne achtsam damit umzugehen. Versuche rauszufinden, welche destruktiven Glaubenssätze dich und dein Leben steuern.

Denn das ist der erste Schritt zu Veränderung! Und von hier kannst du dann weitergehen um Alternativen zu deinen negativen Glaubenssätzen zu finden und blockierende Glaubenssätze aufzulösen.


Wenn du das Gefühl hast, dass deine negativen Glaubenssätze ganz besonders gute Arbeit leisten, dann melde dich gerne bei mir für ein kurzes kostenloses Glaubenssatz-Gespräch.

Da können wir über deine Glaubenssätze sprechen und darüber, was für dich der beste nächste Schritt wäre.
Ich freue mich von dir zu hören! Alles Liebe, Rosina

Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es, die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

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