Gefühlswelt

Die Suche nach Anerkennung – und wie du sie los lässt!

von 18. Oktober 2021 Dezember 7th, 2021 keine Kommentare

Die Suche nach Anerkennung!

 

Die Suche nach Anerkennung hat viele Facetten. Sie kann sich hinter Glamour, Witz und Präsenz verbergen. Oder ganz still, angepasst und harmoniebedürftig sein.

Ganz egal wie sie verpackt ist: Die Suche nach Anerkennung ist wie eine Droge.

Bekommen wir die gewünschte Anerkennung geht es uns gut, wir sind glücklich und zufrieden. Als wären wir „high“. Leider ist dieser Zustand nur von kurzer Dauer, und wir müssen von neuem nach Anerkennung suchen.

Bekommen wir die Anerkennung nicht fühlen wir uns schlecht und sind traurig. Häufig melden sich dann noch Selbstzweifel und negative Gedanken. Warum kriege ich nicht die Anerkennung, die ich mir wünsche? Habe ich es nicht verdient? Oder hab ich mich nicht genug angestrengt? War ich nicht gut genug?

Was bedeutet Anerkennung genau?

Das Wort Anerkennung ist im Prinzip eine Verdeutlichung, eine Verstärkung des Wortes „erkennen“. Also, es geht darum gesehen, wahrgenommen und gehört zu werden. Mit dem „An“ vor dem „erkennen“ kommt für mich noch eine akzeptierende Komponente mit dazu. „Ich erkenne dich nicht nur, sondern ich erkenne das auch an“.

Einfacher gesagt: „Ich nehme dich wahr und es okay, so wie du bist.“ (Auch, wenn du ganz anders bist als ich. Und auch, wenn du vielleicht Eigenschaften hast, mit denen ich nicht gut klarkomme) 

Warum ist Anerkennung so wichtig für uns?

Der Wunsch nach Anerkennung wird uns bereits in die Wiege gelegt.  Am Anfang unseres Lebens sind unsere Ich-Grenzen verschwommen. Als Baby haben wir kein Gefühl für „Ich bin Ich“ und „Du bist Du“. Das entwickelt sich erst mit der Zeit.

Damit wir ein gutes Gefühl zu „Wer bin ich?“ und „Wer bist du?“ entwickeln können, brauchen wir die Rückmeldung unserer Eltern.

Wir brauchen das Gefühl, dass sie uns wahrnehmen, uns sehen und uns verstehen. Wir brauchen das sie uns anerkennen.

Die kleine Marie, gerade mal 4 Jahre alt, hat gerade einen schlimmen Streit mit ihrer besten Freundin gehabt. In Tränen aufgelöst läuft sie zu ihrer Mutter, um ihr zu erzählen, was passiert ist.

Die Mutter, die einen super anstrengenden Tag hatte, muss sich gerade um Maries kleine Schwester kümmern, die sich weh getan hat und erwidert nur ein kurzes „Ach, das ist doch nicht so schlimm“.

Wenn so was einmal passiert, dann ist das nicht schlimm.

Aber, wenn sowas dauernd ist, wird es Marie nicht gut damit gehen.

Sie ist noch zu klein um mit Worten auszudrücken, wie sie sich fühlt. Wenn sie es könnte, würde sie sagen: Ich fühle mich nicht ernst genommen, ich fühle mich nicht verstanden UND ich habe das Gefühl, dass sich noch nicht mal die Mühe gemacht wird mich zu verstehen.

Dann merkt Marie auch bald, dass sie viel mehr Anerkennung bekommt und die Mutter ihr zugewandter ist, wenn sie…

…brav ist.

…gut gelaunt ist.

…sich gut anpasst.

All das findet natürlich unbewusst statt, denn Marie ist noch zu klein, um das wirklich greifen zu können. Es ist etwas, was sie spürt und fühlt.

Und so beginnt Marie immer mehr das liebe und brave Mädchen zu sein. Wenn sie wütend und traurig ist, schiebt sie diese Gefühle gleich weg, denn sie weiß, wie ihre Mama drauf reagiert. Und dieses Muster begleitet Marie bis sie erwachsen ist.

 

So ähnlich haben das ganz viele erlebt.

An der Stelle hat die Suche nach Anerkennung ihren Ursprung. Und hier beginnt es auch problematisch zu werden.

Wenn wir im Alter bis 6 Jahren die Anerkennung und Aufmerksamkeit unserer Eltern genauso bekommen haben, wie wir es brauchten, dann konnten wir ein stabiles, gesundes Selbstwertgefühl entwickelt.

Dadurch haben wir unsere Identität entwickelt und sind uns unserer selbst bewusst. Dann ist die Anerkennung von anderen Menschen schön, wir freuen uns darüber, aber wir brauchen sie nicht! Sie ist nicht wichtig für unser Wohlbefinden.

Wann wird die Suche nach Anerkennung zu einem Problem?

Die wenigsten von uns haben diese Anerkennung erhalten, meistens war sie an Bedingungen geknüpft.

Dadurch entsteht ein inneres Mangelgefühl, ein Gefühl von Leere. Wir konnten unsere Identität nicht selbstsicher entwickeln. Wir wissen gar nicht wirklich, wer wir sind und ziehen unseren Selbstwert aus der Anerkennung von anderen.

 

„Wenn du mir Anerkennung schenkst, dann fühle ich mich gesehen, wahrgenommen und verstanden. Dann fühle ich mich gut!“

„Wenn du mir nicht die Anerkennung schenkst, die ich brauche, dann geht es mir schlecht und ich zweifle an mir.“

Wenn wir dieses Denk- und Fühlmuster verinnerlicht haben, dann wird die Suche nach Anerkennung zu einem Problem.

Ab dann wird sich alles darum drehen, wie wir möglichst viel Anerkennung von außen bekommen können.

Alles dreht sich darum,

es den anderen recht zu machen.

die Erwartungen der anderen zu erfüllen.

den anderen zu Gefallen.

Und es geht immer um das eine Ziel:

Die Anerkennung der anderen, die Anerkennung von außen zu bekommen.

Das bringt zwei große Probleme mit sich:

1. Endlosschleife

Selbst wenn wir damit Erfolg haben und die Anerkennung bekommen, die wir uns wünschen, wird das „Glücklichsein“ schnell verfliegen, und wir müssen mit der Suche nach Anerkennung wieder von vorne anfangen.

2. Wir selbst bleiben dadurch natürlich total auf der Strecke!

Wenn wir uns nur darum kümmern, wie wir die Anerkennung von anderen bekommen, entfernen wir uns immer weiter von uns selbst. Dadurch werden wir nur noch unglücklicher.

Aber das Schlimmste ist: Wir werden mit dieser Strategie NIEMALS ans Ziel kommen!

Immer wenn wir erfolgreich waren, müssen wir gleich wieder von vorne anfangen. Der berühmte Hamster in seinem Rad.

Das Ganze ist also nicht nur anstrengend, sondern auch sinnlos!

Aber es gibt natürlich auch noch eine gute Nachricht: Wir können uns daraus befreien!

Wir können das ändern, und sofort damit loslegen.

Wie du dich von der Suche nach Anerkennung befreist

Was ist also eine gute Alternative zur Anerkennungs-Hamsterrad-Strategie?

Die viel bessere Strategie wäre es, das Gefühl von „Ich bin okay“, „Ich bin gut so wie ich bin“ aus sich selbst heraus zu ziehen.

Damit schlagen wir gleich 3 Fliegen mit einer Klappe!

  1. Wir sind nicht mehr abhängig von dem, was andere über uns denken oder sagen.
  2. Selbstzweifel und negative Gedanken über uns selbst werden weniger oder verschwinden ganz.
  3. Innerlicher Stress und Anspannung fallen weg! Es lebt sich gleich viel entspannter.

Wir müssen damit aufhören, krampfhaft die Anerkennung der Anderen zu suchen.

Das Interessante ist: Genau dann, wenn wir damit aufhören, werden wir sie bekommen!

Darauf geh ich nachher noch näher ein.

Also, wie kannst du die Suche nach Anerkennung beenden?

Stärke deinen Selbstwert!

Gebe dir selbst das, was du dir von den anderen wünschst.

  • Werde dir klar darüber, was DU eigentlich willst. Was findest du gut, was sind deine Werte? Was ist dir wichtig? Und hinterfrage deine Antworten noch mal. Ist mir das wirklich wichtig, oder hab ich das nur übernommen, weil es alle so machen oder weil es in meiner Familie so üblich ist?
  • Verstelle dich nicht, um anderen zu gefallen. Ich weiß, das hört sich jetzt echt hart an. Wenn der Gedanke zu erschreckend ist, dann versuch das in kleinen, machbaren Schritten.
  • Immer wenn du den Impuls hast, etwas zu machen um es den anderen recht zu machen, halte noch mal kurz inne. Will ich das wirklich? Oder geht es nur darum, dass ich dem anderen gefallen will?
    Im ersten Schritt reicht es schon, das mal bewusst wahrzunehmen. Und beim nächsten Mal reagierst du anders, und zwar so, wie es für dich passt!
  • Beginne immer mehr, deinen eigenen Weg zu gehen. Das ist am Anfang auch ungewohnt, aber je mehr du das übst, desto leichter wird es dir fallen.

In meinem Artikel „Stärke dein Selbstwertgefühl“ findest du noch viele weitere Tipps, wie du deinen Selbstwert stärken kannst.

2. Ändere deinen Umgang mit Kritik

Kritik empfinden wir als Gegenteil von Anerkennung.

Wenn wir auf der Suche nach Anerkennung sind, wollen wir Kritik natürlich vermeiden. Und so verfallen wir automatisch in den „Ich-will-es-dem-anderen-recht-machen-Modus“, wenn wir eine kritische Reaktion erwarten.

Ich möchte dich an der Stelle dazu anregen, Kritik mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Meistens empfinden wir Kritik als Angriff auf unsere Person.

Stell dir jetzt mal vor, dass die Kritik kein Angriff ist, sondern einfach nur eine andere Meinung, die mit dir und deiner Person gar nichts zu tun hat.

Oder dass die Kritik eine wohlwollend gemeinte Anregung ist, die auch nicht gegen dich gerichtet ist, sondern vielleicht als Unterstützung gedacht ist.

Was wäre, wenn du Dinge, die du bisher als Kritik aufgefasst hast nicht als Angriff siehst, sondern als eine neutrale Äußerung?

Spiele einfach mal mit diesen Gedanken, und schau, was sich verändert.

(Natürlich gibt es immer wieder Leute die einfach nur kritisieren wollen, weil sie frustriert sind und andere abwerten, damit sie sich selbst besser fühlen. Diese Art der Kritik meine ich übrigens nicht. Zu diesen Menschen hältst du am besten viel Abstand).

3. Übe dich darin, die Idee des Worst-Case auszuhalten

Wir passen uns an, tun Dinge für andere, weil wir als Ergebnis das Worst-Case Szenario im Kopf haben.

Wenn ich das und das nicht mache, dann…

…verlässt er mich.

…verliere ich meinen Job.

…gehöre ich nicht mehr dazu.

Letztens habe ich in einen Vortrag gehört bei dem der Redner sagte: „Wir gehen immer vom Worst Case Szenario aus. Aber der Worst Case passiert nie!“.

Und damit hat er recht! Natürlich gibt es Ausnahmen, und ab und zu tritt der Worst Case ein. Aber das ist wirklich sehr, sehr selten!

Beginne deshalb gleich jetzt damit, deine Gedanken an Worst-Case Szenarios auszuhalten ohne direkt in Aktionismus zu verfallen.

4. Überwinde deine Ängste

Unsere Ängste sind unser größter Motor, unser größter innerer Antreiber. Es sind immer die Ängste, die uns im Hintergrund steuern.

Die Angst davor,

  • nicht dazu zu gehören.
  • nicht geliebt zu werden.
  • nicht gut genug zu sein.

und noch sehr viel mehr Ängste…

Die Dinge, die wir tun, um Anerkennung zu bekommen dienen dazu, unsere Ängste zu vermeiden.

Zum Beispiel: Wenn ich…

…ganz besonders fleißig bin und viel mehr arbeite als meine Kollegen, dann bekomme ich Anerkennung von meinem Chef.
(Dann werde ich sicher nicht gekündigt. Da könnte die Angst vor finanzieller Unsicherheit oder die Angst nicht dazu zu gehören dahinterstecken).

…es meinem Partner immer recht mache, dann wird er mich bestimmt nie verlassen. (Angst vor dem Alleine sein)

Um ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen, müssen wir uns diesen Ängsten stellen und ihnen vor allen Dingen die Macht über uns nehmen.

Als erstes kannst du schon mal deine Gedanken über die Angst ändern.

Anstatt sie als etwas zu sehen, was wir vermeiden müssen, wovor wir am besten flüchten, kannst du die Angst auch als Wegweiser sehen. Als Wegweiser für deine innere Arbeit. Hier sind noch offene Themen, blinde Flecken oder wunde Punkte.

Und im zweiten Schritt mach dir bewusst, dass diese Ängste nicht real sind.

Es sind Ängste, die in deinem Kopf sind. Es sind Vermutungen, es sind Dinge, von denen du denkst, dass es so kommen wird. Aber sie sind nicht die Realität.

Genauso, wie du diese Ängste in deinem Kopf entstehen lässt, kannst du dort auch Zuversicht und Freude entstehen lassen.

Das ist eine ganz bewusste Entscheidung, die du jetzt treffen kannst.

5. Erkenne deine Bedürfnisse & lebe danach

Wenn du dir über deine Bedürfnisse im Klaren bist, wenn du weißt, was du brauchst und was dir wichtig ist, und das auch in dein Leben integrierst, dann stärkt das nicht nur dein Selbstwertgefühl, es stärkt auch die eigene Anerkennung!

Denn die eigenen Bedürfnisse zu kennen und sie wichtig zu nehmen ist eine zentrale Säule für die eigene Wertschätzung. Und je mehr eigene Wertschätzung du dir gibst, desto weniger brauchst du sie von anderen.

Wie du deine eigenen Bedürfnisse besser erkennen und wichtiger nehmen kannst, kannst du in meinem Artikel „Eigene Bedürfnisse erkennen und erfüllen“.

Und du wirst sehen, je mehr Anerkennung und Wertschätzung du dir selbst gibst, desto mehr Anerkennung wirst du auch von anderen bekommen!

Warum?

Wenn du ein starkes Selbstwertgefühl hast, mit dir im Reinen und dir deiner selbst bewusst bist, dann hast du eine ganz andere Ausstrahlung, ein ganz anderes Charisma, als wenn du voller Selbstzweifel, Ängste und negativer Gedanken bist.

Du bist mehr du selbst, und das macht dich einzigartig.

Das spüren auch deine Mitmenschen.

Und das wirkt unglaublich anziehend.

***

Ich hoffe die Tipps und Anregungen helfen dir dabei, dir selbst die Anerkennung zu geben die du brauchst…und deine Suche zu beenden.

Wenn du das Gefühl hast, dass du mit diesem Thema alleine nicht weiterkommst, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenloses, unverbindliches Erkenntnis-Coaching (ca. 20 Min.). Da können wir dann besprechen, was für dich und deine Situation der beste nächste Schritt ist.

 

Lass es dir gut gehen, bis dahin,

Rosina

PS: Wenn Dich das Thema näher interessiert, Du Frage oder Anregungen hast, dann schreib mich an unter mail@rosinageltinger.de oder hinterlasse hier einen Kommentar.

Rosina Geltinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie,
holistische Psycho-Kinesiologin,
psychologischer Coach,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
www.facebook.com/RosinaGeltinger
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Mach den ersten Schritt um die Suche nach Anerkennung zu stoppen, in dem du deine Bedürfnisse erkennst.

Hol dir dazu jetzt meine kostenfreie PDF-Anleitung mit Arbeitsblättern zum Ausfüllen!

Die Anleitung hilft dir dabei, deine Bedürfnisse zu entdecken und danach zu leben!

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

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