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Sich abgrenzen – wie du dich vor Gefühlen anderer schützt!

von 23. März 2020 September 27th, 2020 keine Kommentare

Sich abgrenzen ist der Schlüssel, um sich vor den Gefühlen anderer zu schützen…

Warum ist es so wichtig sich abzugrenzen?

Dazu möchte ich dir kurz eine Geschichte erzählen, wie ich das erste Mal damit in Berührung gekommen bin mich abgrenzen zu müssen. Ohne es überhaupt zu wissen.

Ich saß mal in einem Büro mit einer Kollegin zusammen, die nur am meckern war. Das ging von Montag bis Freitag so – durchgehend. Da hilft nur gute Abgrenzung. Und das hatte ich auch vor…

Jeden Montag morgen hab ich mir auf’s Neue vorgenommen: diese Woche lasse ich mich nicht von ihrer schlechten Laune anstecken. Gut gelaunt bin ich ins Büro, und hab versucht ihre ständige Meckerei an mir abprallen zu lassen. Meistens hat es ganz gut funktioniert. Am Montag.

So ab Dienstag Nachmittag hat es mich schon ein wenig genervt und spätestens ab Mittwoch Mittag hatte ich selbst schlechte Laune. Egal was ich probierte: ich konnte mich einfach nicht abgrenzen.

Die Welle ihrer schlechten Laune hat mich früher oder später immer erwischt. Und das obwohl es mir eigentlich gut ging.

Ich habe es nicht geschafft, die schlechte Laune da zu lassen, wo sie hin gehörte – nämlich bei ihr. Ich habe es nicht geschafft mich davon abzugrenzen.

Jetzt, nachdem ich mich seit Jahren mit diesen Themen beschäftige, bin ich mir ziemlich sicher, dass es ihr wahrscheinlich ab Mittwoch sogar besser ging. Immerhin hab ich ihr einiges von ihrer schlechten Laune abgenommen. Aber davon hatte ich damals noch keine Ahnung.

Das war aber im Vergleich zur momentanen Situation echt harmlos. Es ging um eine Person, gegen die ich mich abgrenzen musste.

Aber im Moment werden wir von kollektiven Ängsten überschwemmt.

Sich davon abzugrenzen und in so einer Situation bei sich zu bleiben, ist nicht einfach.

Das ganze hat aber natürlich, wie immer, zwei Seiten. Einmal gibt es die destruktive Panik und Hysterie, von der wir uns tatsächlich am besten abgrenzen.

Zum anderen hat alles, was diese Krise in dir auslöst natürlich auch mit dir zu tun.

Ich arbeite schon immer nach dem Motto: „Was stört hat Vorrang“. Und du kannst dir bestimmt vorstellen, worum es momentan in den Sitzungen geht.

Auch wenn wir vermeintlich alle im selben Boot sitzen, löst die Corona-Krise ganz unterschiedliche Emotionen bei den Leuten aus.

Selbe Situation – ganz unterschiedliche Wirkung.

Dass heißt, alles was sich jetzt im Moment bei dir zeigt, hat auch mit dir zu tun. Corona-Krise hin oder her…

Und auch wenn sich das vielleicht nicht gut anfühlt: Das ist eine Riesenchance!

Dir werden jetzt deine Themen auf dem Silbertablett serviert. Wenn du bereit bist, da hinzuschauen und dich damit auseinander zu setzen, dann ist das eine Chance diese Themen bei dir lösen.

Dazu ist es notwendig, dass das, was du fühlst, wirklich ausschließlich deine Emotionen und Gefühle sind.

Denn die Ängste und die Panik von anderen Leuten wirst du niemals lösen können. Daran könntest du dich ein Leben lang erfolglos abarbeiten. 

Und hier kommt wieder die Abgrenzung ins Spiel.

Deshalb ist es wichtig, sich abzugrenzen. Deshalb ist es so wichtig, ganz bei dir zu sein.

Diesen Satz hast du vermutlich schon öfter gelesen, doch was bedeutet das eigentlich? Bei sich zu sein?

Was bedeutet „sich abgrenzen“ eigentlich genau?

Im Prinzip bedeutet es genau das, was ich gerade geschrieben habe: Das du bei dir bleibst. Dass du keine Gefühle von anderen übernimmst. Dass du dir über deine eigenen Gefühle bewusst bist.

Bei mir sein. Jetzt fragst du dich vielleicht: Wo soll ich denn sonst sein? Ja, gute Frage. Wie in meinem Beispiel mit meiner ehemaligen Kollegin: Da war ich eher bei ihr und ihren Themen, als bei mir selbst.

Wie können wir also bei uns bleiben? Oder zu uns zurückfinden, wenn wir uns verloren haben?

Der erste Schritt ist

innere Ruhe.

Es geht darum, dass du wirklich spürst: Wie geht es mir gerade? Was macht diese Situation gerade mit mir? Welche Emotionen zeigen sich bei mir? Was löst das in mir aus?

Und dafür brauchst du Ruhe. Innere und äußere Ruhe. Nur dann kannst du wahrnehmen, was wirklich in dir vorgeht.

Sorge also dafür, dass du Ruhe hast. Lenke dich nicht ab, und versuche auch innerlich zur Ruhe zu kommen.

Und dann

nimm wahr, was in dir vor geht.

Und bleib dabei. Auch wenn es sich nicht gut anfühlt, auch wenn Ängste sich melden – bleib dabei. Spüre, wie sich das genau anfühlt.

Wo in deinem Körper spürst du das Gefühl genau? Ist das Gefühl hart, flüssig oder luftig? Wärmer oder kälter als der Rest des Körpers? Welche Farbe hat das Gefühl?

Je genauer du das machst, desto besser kannst du später unterscheiden, was dein Gefühl ist und was du von anderen übernommen hast.

Oft fühlen sich Gefühle, die nicht zu dir gehören irgendwie diffus an.

Nicht greifbar, du spürst es zwar irgendwie, aber du kannst das Gefühl nicht zuordnen. Du kannst es nicht wirklich im Körper lokalisieren oder genauer beschreiben.

Wenn sich Gefühle so diffus anfühlen, dann frag dich innerlich: „Ist das gerade wirklich mein Gefühl?“ oder „Gehört dieses Gefühl wirklich zu mir“. Die erste Antwort, die dir spontan in den Sinn kommt, ist meist die richtige.

Wenn du nun ein Gefühl entdeckt hast, das nicht zu dir gehört, solltest du dieses übernommene Gefühl wieder abgeben.

Das kannst du z.B. tun, in dem du das laut aussprichst: „Dieses Gefühl gehört nicht zu mir, das habe ich übernommen. Es darf jetzt wieder gehen.“

Oder du suchst dir einen Gegenstand, der das Gefühl symbolisiert. Dann nimmst du das Symbol, und legst es demonstrativ von dir weg. „Diese Angst ist nichts meine, ich gebe sie jetzt wieder ab.“

Wenn du alle übernommenen Gefühle abgegeben hast, dann nimm dir die Zeit zu spüren, wie du dich jetzt fühlst.

Leichter, befreiter und unbeschwerter vielleicht?

Wo kannst du die neu gewonnenen Leichtigkeit spüren? Wo kannst du spüren, dass eine Last von dir abgefallen ist?

Damit du in Zukunft die Gefühle anderer zwar wahrnimmst, aber nicht mehr übernimmst, kannst du die Fähigkeit zur Abgrenzung trainieren.

Wie kannst du trainieren dich abzugrenzen?

Es gibt viele Übungen um „sich abzugrenzen“ zu trainieren. Ich möchte dir meine zwei Lieblings-Übungen vorstellen: die goldene 8 und die Schwerkraft-Übung.

Wenn du sehr anfällig bist dafür, die Gefühle anderer zu übernehmen, würde ich dir empfehlen, die Übung am Anfang regelmäßig zu machen. Wirklich täglich, insbesondere bevor du außer Haus gehst.

Es ist aber auch möglich, Gefühle anderer übers Internet, Telefon oder per E-Mail zu übernehmen.

Deshalb empfehle ich dir die Übung anfangs wirklich täglich zu machen. Auch wenn du zu Hause bleibst.

Später, wenn du deine Abgrenzungsfähigkeit gut trainiert hast, wird es irgendwann so in Fleisch und Blut übergehen, dass du keine regelmäßigen Übungen mehr brauchst. Dann reicht es, wenn du sie nur bei Bedarf machst.

So, und jetzt kommen wir zu den Übungen.

Die goldene 8

Stell dir vor auf den Boden ist eine große 8 gezeichnet. Du stehst in einer Seite der acht. Das wovon du dich abgrenzen möchtest ist in der anderen Seite der 8. Das kann eine Person oder mehrere sein. Oder auch eine Art „Energie“.

Dann schließt du die Augen und stellst dir vor, wie du mit dem Finger die 8 mit goldenen Farbe nachzeichnest. Wenn du bei deiner Seite der 8 bist, sagst du etwas wie: „Das ist mein Bereich. Hier bin ich.“. Wenn du auf der anderen Seite bist, sagst du: „Und das ist dein Bereich. Wir haben Berührungspunkte. Aber hier bin ich und da bist du. Ich bin ich. Du bist du“

Die Wortwahl ist natürlich dir überlassen. Es geht einfach darum, dass klar ist: Du bist du. Die anderen sind die anderen. Egal wie nahe ihr euch steht. Ihr habt einen gemeinsamen Punkt. Ja. Es verbindet euch etwas. Ja. Aber deshalb musst du die Gefühle des anderen nicht übernehmen.

Die Schwerkraft-Übung

Mach es dir gemütlich und atme 9 Mal tief ein und aus. Stell dir dann vor, ein großer Tropfen Schwerkraft tropft sanft auf deinen Kopf. Er ist angenehm warm und hat eine goldene Farbe.

Die Schwerkraft gleitet an allen Seiten an dir hinab, und umhüllt dich mit einer warmen, goldenen Hülle.

Du fühlst dich geborgen und beschützt. Diese Umhüllung aus Wärme und Gold beschützt dich. Und nur du kannst entscheiden, was du durch diese liebevolle Schutzhülle durchlässt, und was nicht.

Egal ob Wörter, Stimmungen oder Gefühle von anderen: deine Schutzhülle lässt nur das zu dir durch, was du auch wirklich durchlassen willst.

Nimm noch ein mal ein paar tiefe Atemzüge und genieße das beschützt sein.

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Freude beim Ausprobieren der Übungen. Sei geduldig und bitte nicht frustriert, wenn es nicht sofort so klappt, wie du es dir vorstellst. Manchmal brauchen die Dinge einfach auch ein wenig Zeit.

Lass es dir gut gehen, Rosina

Rosina Geltinger
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach,
holistische Psycho-Kinesiologin,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Denn ich bin überzeugt, dass der Schlüssel zum Glück nur in uns liegt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen und verstehen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München. Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich freu mich, wenn dir mein Artikel gefallen hat. Wenn es Themen gibt, die dich besonders interessieren, dann schreib mir gerne unter mail@rosinageltinger.de.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kursleiterin für Entspannungsverfahren und blogge hier auf meinem Blog www.rosinageltinger.de/blog. Mehr über mich erfährst Du hier.

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