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Grenzen setzen – warum fällt uns das so schwer?

von 3. Juni 2022 Oktober 1st, 2022 keine Kommentare
Grenzen setzen bedeutet auch mal Stop zu sagen

Grenzen setzen ist wichtig für unser Selbstbewusstsein und unser Selbstvertrauen. Grenzen setzen sorgt dafür, dass wir glücklich und zufrieden sind. Keine Grenzen zu setzen sorgt für das Gegenteil: Frust, Stress und Missverständnisse. Es wird oft unterschätzt, was für einen großen Einfluss das auf unser Leben hat. Deshalb solltest du unbedingt jetzt damit anfangen, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Grenzen setzen – was ist eigentlich genau damit gemeint?

Beim Grenzen setzen geht es darum, aktiv eine Grenze zu ziehen. Stell dir vor, du lebst auf einem Grundstück und alle Nachbarn und Menschen aus dem Dorf laufen ständig über dein Grundstück. Das stinkt dir zwar gewaltig, aber leider interessiert das niemanden. Die Leute laufen einfach trotzdem weiter drüber, egal was du sagst. Irgendwann reicht es dir und du ziehst einen Zaun um das Grundstück. Damit ziehst du eine ganz klare Grenze.

Diesen Zaun zu bauen ist im übertragenen Sinne genau das, was mit Grenzen setzen gemeint ist. Damit sagst du: Stopp! Das ist mein Grundstück, ich möchte nicht, dass du da drüber läufst

Im zwischenmenschlichen Bereich ist es nicht ganz so einfach, wie beim Grundstück. Wir müssen unseren Mitmenschen auf andere Art mitteilen, wo unser Zaun, also unsere innere Grenze, ist. Das können wir mit Worten und mit unserer inneren Haltung tun, mit der wir signalisieren: Stopp! Hier ist die Grenze.

In welchen Situationen sollte ich Grenzen setzen?

Bewusst Grenzen zu setzen ist nicht immer notwendig. Es gibt genügend Menschen, die die Grenzen der anderen wahrnehmen und respektieren. Aber es gibt auch die anderen Menschen, die zielsicher über sämtliche Grenzen hinweglaufen.

Hier sind drei Situationen, in denen du besonders auf deine Grenzen achten solltest:

  • Menschen mischen sich in dein Leben ein, bei Dingen, die sie nichts angehen.
  • Deine Bedürfnisse und Wünsche werden ignoriert und übergangen.
  • Andere geben ungefragt ihre Meinung zu Dingen ab, die dich betreffen. Und erwarten dann auch noch, dass du es genauso siehst.

In solchen Situationen solltest du auf jeden Fall damit beginnen, Grenzen zu setzen.

Warum ist es wichtig, Grenzen zu setzen?

Wenn alle Leute aus dem Dorf über dein Grundstück laufen, dann wird der Rasen irgendwann abgenutzt und komplett niedergetrampelt sein. Dieses Bild können wir auch für das zwischenmenschliche Grenzen setzen nehmen. Immer wieder läuft jemand in deinen persönlichen Raum und ignoriert deine Bedürfnisse. Das macht mürbe und ist emotional anstrengend. Deshalb ist Grenzen setzen ein ganz wichtiger Bestandteil von Selbstfürsorge, Wertschätzung und Respekt dir selbst gegenüber.

Dementsprechend hat das „keine Grenzen setzen“ eine negative Auswirkung, denn damit sagen wir uns selbst: Ich bin nicht so wichtig. Die andere Person ist wichtiger als ich! Dadurch schwächst du dein Selbstbewusstsein und dein Selbstvertrauen.

Grenzen setzen stärkt dein Selbstbewusstsein und sorgt dafür, dass du dich wohler fühlst und zufriedener bist.

Warum fällt es uns so schwer, Grenzen zu setzen?

Hier habe ich die wichtigsten Gründe zusammengefasst, warum wir uns so schwer damit tun:

Wir wollen nicht unhöflich sein

Klar ist es blöd, dass die Nachbarn immer über unser Grundstück laufen, aber eigentlich sind die ja ganz nett. Letztens haben sie mir Milch geliehen, als ich keine mehr hatte, und sie grüßen immer so freundlich. Da kann ich doch nicht einfach sagen, dass sie das nicht mehr dürfen.

Solche Gedanken haben wir oft, wenn es darum geht, Grenzen zu setzen. Diese Gedanken sind auch total normal, und wenn das nur einmal passiert, ist das auch kein Problem. Wenn allerdings jemand immer und immer wieder meine Grenzen überschreitet, dann sollten wir die Höflichkeit mal zur Seite stellen.

Wir wollen Konflikte vermeiden

Wenn ich anderen Grenzen setze und ganz klar sage, so weit und nicht weiter, kommt uns automatisch der Gedanke, dass der andere das nicht gut findet und daraus ein Konflikt oder ein Streit entsteht. Und die wenigsten Menschen reiben sich bei dem Gedanken die Hände und freuen sich auf den Konflikt! Ganz im Gegenteil: Wir möchten keinen Konflikt und tun alles, um diesen zu vermeiden! Also, ist es leichter zu ertragen, wenn die anderen unsere Grenzen überschreiten, als dass wir einen Konflikt provozieren.

Wir wollen andere nicht verletzen

Oft haben wir die Befürchtung, dass wir den anderen damit verletzen, wenn wir Grenzen setzen. Dass das Grenzen setzen etwas ist, was wir „gegen“ die andere Person tun. Hier ist es wie bei den Konflikten: Das ist ein Gefühl oder eine Angst, die wir in unserem Kopf kreieren. Das ist nicht so. Grenzen zu setzen, ist kein Angriff gegen die andere Person.

Da hab ich ein passendes Beispiel für dich aus der Praxis: Die Tante einer Klientin hat sie gefragt, ob sie die Einladungskarten für ihre Geburtstagsfeier gestalten könnte. Die Klientin hatte aber überhaupt keine Zeit dafür. Alleine der Gedanke, der Tante absagen zu müssen, hat total viel Stress in ihr ausgelöst. Sie war überzeugt davon, dass sie nicht Nein zu der Tante sagen kann, weil die dann enttäuscht und verletzt wäre. Tatsächlich war es aber so, dass die Tante vollstes Verständnis dafür hatte und es überhaupt kein Thema für sie war. Die Angst, die Tante zu enttäuschen und zu verletzen, war also nur in den Gedanken meiner Klientin.

Solche Beispiele habe ich ganz viele erlebt. Deshalb ist mein Tipp hier: Wenn du Angst hast, jemanden zu verletzen, dann sprich das Thema offen an und überprüfe, ob das der Wahrheit entspricht.

Wir haben Angst, was die anderen dann von uns denken

Das ist wohl einer der stärksten Antreiber, die wir haben: Was denken wohl die anderen von uns? Diese Frage beeinflusst unser Denken, unser Handeln und auch unser Fühlen sehr stark. Den Gedanken, dass die anderen eine schlechte Meinung von uns haben, dass sie uns für egoistisch halten, dass sie von uns enttäuscht sind, können wir schwer aushalten. Wenn es darum geht, Grenzen zu setzen und für sich selbst einzustehen, schwebt die Frage „Was denken die anderen über uns“ oft wie ein Damokles-Schwert über uns.

Da hab ich mal eine Gegenfrage an dich: Weißt du, was die anderen über dich denken? Und ich meine wirklich wissen, nicht erahnen, nicht denken, nicht vermuten, sondern wissen! Bist du dir zu 100 Prozent sicher, dass es das ist, was der andere denkt? Wenn deine Antwort darauf nein ist, dann probiere das mit dem Grenzen setzen einfach mal aus. Denn ich bin mir sicher: Die anderen denken ganz anders über dich, als du denkst, dass sie über dich denken!

Wir wollen nicht egoistisch sein

Grenzen zu setzen, haben wir in unserem Kopf oft mit „egoistisch sein“ verknüpft. Und „egoistisch sein“ ist negativ besetzt. Wenn ich egoistisch bin, dann denke ich nur an mich, dann ist es mir egal, wie es den anderen geht, dann renne ich mit Ellbogen durch die Gegend: Hauptsache, ICH bekomme, was ich will.

Aber Grenzen zu setzen hat mit ungesundem Egoismus nichts zu tun. Sondern es geht um Selbstfürsorge. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und sie auch wichtig und ernst zu nehmen. Und sich, wenn notwendig, für sie einzusetzen.

Es geht nicht darum, die eigenen Bedürfnisse wichtiger zu nehmen, als die der anderen, aber genauso wichtig!

Wenn dir das Grenzen setzen echt schwerfällt, du aber unbedingt daran arbeiten möchtest, dann ist mein Live-Workshop „Wie du besser Grenzen setzt und für dich einstehst“ vielleicht interessant für dich. Hier findest du alle Details zum Workshop:

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Meine privaten und persönlichen Blogartikel findest du hier:

https://rosinageltinger.de/category/persoenliches/

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

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