Glaubenssätze

Wann es Sinn macht, an negativen Glaubenssätzen zu arbeiten

von 25. Juli 2022 Juli 26th, 2022 keine Kommentare
Wann es Sinn macht, an negativen Glaubenssätzen zu arbeiten.

Du musst an deinen negativen Glaubenssätzen arbeiten – an allen Ecken liest man davon und es scheint das Allheilmittel für alles zu sein! Egal, welches Problem du hast: Arbeite an deinen negativen Glaubenssätzen, und dann ist das Thema erledigt! Und wenn das Thema dann noch nicht erledigt ist, dann hast du nicht richtig mit deinen Glaubenssätzen gearbeitet oder welche vergessen. Klar, das schreibt so keiner, aber oft kommt es so rüber.

Ich bin ein sehr großer Fan von Glaubenssatz-Arbeit und arbeite schon seit 11 Jahren damit. Und ja, ich habe in dieser Zeit schon oft diese WOW-Momente erlebt, dass durch Glaubenssatz-Arbeit Dinge passiert sind, die die Klientin und auch ich nicht für möglich gehalten hätte. Aber: Glaubenssatz-Arbeit ist nicht die Lösung für alles und es ist auch keine Wunderpille.

Deshalb beschreibe ich in diesem Artikel 5 typische, alltägliche Situationen, bei denen Glaubenssatz-Arbeit sehr viel bewirken kann, da sie ihren Ursprung oft in negativen Glaubenssätzen haben. Und außerdem gehe ich auch drauf ein, wann Glaubenssatz-Arbeit nicht das erste Mittel der Wahl ist.

Was sind Glaubenssätze eigentlich sind, das kannst du in diesem Artikel nachlesen.

1. Du zweifelst viel an dir!

Es gibt keine offensichtlicheren Anzeichen für negativen Glaubenssätze wie Selbstzweifel.

Hinter Selbstzweifel stecken meist Glaubenssätze wie „Ich muss etwas leisten, um Anerkennung zu bekommen“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich mache eh immer alles falsch“, „Ich kann das nicht“ und so weiter. Hier gibt es eine sehr lange Liste von Glaubenssätzen, die Selbstzweifel auslösen.

Wenn dir diese Sätze bekannt vorkommen und du viel an dir zweifelst, lohnt es sich auf jeden Fall, dich intensiver mit deinen negativen Glaubenssätzen zu beschäftigen. Du wirst erstaunt sein, was es für einen Unterschied macht, wenn du diese Zweifel nicht mehr hast.

2. Wenn du das Gefühl hast, dass du dir selbst im Weg stehst!

Hast du manchmal das Gefühl, als würdest du dich gerade selbst blockieren? Du weißt gar nicht, wieso es sich so anfühlt. Das Gefühl ist einfach da, aber es ist nicht greifbar für dich. Es fühlt sich so an, als würdest du dir selbst im Weg stehen und du weißt einfach nicht, warum?

So viele Klientinnen haben mir dieses Gefühl in den letzten Jahren beschrieben. Abgesehen davon, dass das „sich selbst im Weg stehen“ schon blöd ist, wird es noch blöder, weil sie nicht wissen, wo dieses Gefühl herkommt, warum es da ist und wie sie es ändern können.

Hinter diesem Gefühl steckt mit ziemlicher Sicherheit ein unbewusster, negativer Glaubenssatz, der tatsächlich dich und dein Leben zu blockieren.

Du nimmst „nur“ das Gefühl wahr, du spürst diesen Glaubenssatz sozusagen. Da er aber unbewusst ist, weißt du zum einen gar nicht, dass er überhaupt da ist und zum anderen weißt du auch nicht, was er in deinem Leben gerade blockiert. Du spürst nur, dass es so ist. Und das ist nicht nur ein doofes Gefühl, das kostet auch viel Kraft und Energie und ist auf Dauer sehr anstrengend.

Die Arbeit mit den Glaubenssätzen kann in dieser Situation so viel Klarheit, Erleichterung, Energie und Lebensfreude bringen.

3. Wenn Dinge einfach nicht klappen

Gibt es Dinge, die du dir wirklich sehr wünschst, aber es klappt einfach nicht? Du bemühst dich und strengst dich wirklich an, damit sich diese Dinge erfüllen, aber egal was du tust: Es klappt einfach nicht! Zum Beispiel gibst du alles in der Arbeit, und wirst trotzdem nicht befördert. Oder der richtige Partner kommt einfach nicht, obwohl du alle Tipps der Dating-Experten verinnerlicht hast?

Auch hier können die unbewussten, negativen Glaubenssätze ihre Finger im Spiel haben.

Wenn du zum Beispiel den unbewussten Glaubenssatz „Männer behandeln mich nie gut“ hast, dann wird das mit der Partnersuche oder einer Beziehung einfach echt schwierig werden. Egal, wie sehr du dich bemühst.

4. Von 0 auf 100 in 1 Sekunde. Kommt dir das bekannt vor?

Es sagt jemand was zu dir und du könntest sofort in die Luft gehen, obwohl du gerade noch total ruhig warst. Oft bist du dann selbst überrascht, dass du so heftig reagiert hast. Manchmal findest du sogar, dass deine Reaktion nicht der Situation angemessen war.

Da hat die Person wahrscheinlich einen wunden Punkt oder einen blinden Fleck getroffen. Zu neudeutsch: Es hat dich was getriggert!

Was viele nicht wissen: Hinter „Trigger-Situationen“ stecken oft unsere unbewussten Glaubenssätze.

Zum Beispiel, wenn jemand etwas sagt, das total gegen deinen Glaubenssatz geht. Oder, wenn du dich mühevoll aus einem Glaubenssatz herausgearbeitet hast, und jemand anders diesen Glaubenssatz dann wieder bestätigt, obwohl du doch dachtest, dass du darüber hinweg wärst.

Bei „Trigger-Situationen“ können die Zusammenhänge auch komplexer sein, die den Rahmen dieses Artikels aber sprengen würden.

Also, wenn du oft von 0 auf 100 bist, dann lohnt es sich auf jeden Fall auch, mal auf die Suche zu gehen und deine unbewussten Glaubenssätze aufzuspüren.

5. Du bist unzufrieden und weißt nicht warum!

Du hast eigentlich alles, was du dir wünschst. Du hast vieles erreicht, was du dir vorgenommen hast, oder bist auf einem guten Weg dahin. Oft hast du das Gefühl, dass du eigentlich viel glücklicher sein müsstest, als du bist. Und du verstehst einfach nicht, warum du unzufrieden bist?

Hier können die negativen Glaubenssätze auf zwei unterschiedlichen Ebenen dahinter stecken. Entweder blockieren sie deine Zufriedenheit. Das heißt, etwas in dir arbeitet dagegen, glücklich und zufrieden zu sein.

Oder aber das, von dem du immer dachtest, dass du es dir wünschst, ist eigentlich gar nicht das, was du wirklich willst. Es waren deine Glaubenssätze, die dich dazu gebracht haben, diesen Weg zu gehen, obwohl es nicht das ist, was du dir wirklich von Herzen wünschst. Das erlebe ich sehr oft im beruflichen Bereich. Ich hatte zum Beispiel schon sehr viele Klientinnen, die einen Job gewählt haben, der sicher ist, obwohl sie viel lieber etwas anderes gemacht hätten.

6. Wann ist Glaubenssatz-Arbeit nicht das erste Mittel der Wahl?

Bei Traumata

Wenn traumatische Dinge erlebt wurden, dann entstehen dadurch natürlich auch Glaubenssätze, aber hier ist es wichtig, dass erst einmal mit dem Trauma gearbeitet wird, bevor es an die Glaubenssätze geht. Was sind traumatische Erlebnisse? Zum Beispiel, wenn es in der Ursprungsfamilie viel Gewalt gab (hier ist es übrigens egal, ob man selbst betroffen war oder es beobachtet hat). Erlebnisse wie z.B. ein Unfall, ein sexueller Übergriff, beinahe ertrinken und auch dauerhafte emotionale Gewalt, wie ständiges Schreien und Drohungen sind traumatisierend. Es gibt natürlich noch viele weitere traumatisierende Situationen. Wenn du solche Dinge erlebt hast, dann ist eine Traumatherapie der erste wichtige Schritt. Und die Glaubenssätze kommen dann danach.

Bei Angststörungen und Phobien

Hier ist es wichtig, herauszufinden, woher die Ängste herkommen. Auch hier haben Glaubenssätze auch ihre Finger mit im Spiel, sind aber oft nicht die einzige oder die primäre Ursache.

Bei akuten Krisen

Wenn jemand in einer akuten Krise steckt, dann gibt es erstmal andere Dinge zu tun, als an den Glaubenssätzen zu arbeiten. Auch, wenn die Glaubenssätze zur Krise beigetragen oder sie sogar hervorgerufen haben, ist die Arbeit mit Glaubenssätzen auf der Prioritätenliste nicht oben.


Du möchtest an deinen negativen Glaubenssätzen arbeiten, weißt aber nicht genau, wie du starten sollst? Dann buche dir hier ein kostenloses Erkenntnis-Coaching (ca. 20 Min.) und wir sprechen über deine Glaubenssätze und erarbeiten deine individuelle Strategie, wie du sie verändern kannst!


Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es, die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns liebevoll und manchmal auch brutal an unsere Themen heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeite ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst du hier.

Ein Kommentar hinterlassen