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Unzufrieden mit sich selbst?

von 25. Januar 2021 Februar 22nd, 2021 keine Kommentare
Unzufrieden mit sich selbst Cover

Unzufrieden mit sich selbst?

Warum so viele Frauen unzufrieden mit sich selbst sind, und wie wir das ändern können erfährst du im Artikel.

Zu dick, zu dünn, zu viel, zu wenig, zu laut, zu leise – weshalb sind so viele Frauen unzufrieden mit sich selbst?

Warum sind wir Frauen so selbstkritisch und nehmen alles was wir je gesagt oder getan haben oder tun werden ganz genau unter die Lupe? Wieso können wir uns selbst so schwer verzeihen und gehen mit uns ganz besonders hart ins Gericht?

Natürlich steckt da bei jeder Frau eine andere Geschichte und unterschiedliche Ursachen dahinter.

Aber diese 3 allgemeinen Faktoren spielen immer eine große Rolle:

1. Wir orientieren uns an unerreichbaren Maßstäben

Morgen steigt ein müde Frau aus dem Bett. Sie trinkt eine Tasse Kaffee. Den besten Kaffee der Welt. Danach schwebt sie förmlich wie eine Fee durch die Wohnung. Wunderschön natürlich. Sie weckt die perfekten Kinder und den perfekten Ehemann. Dann macht sie ganz nebenbei ein fantastisches Frühstück. Danach geht geht sie in die Arbeit, denn sie macht selbstverständlich auch noch Karriere und ist erfolgreich. Natürlich kommt sie nach einem langen Arbeitstag gut gelaunt in ihr traumhaftes Zuhause. Das natürlich blitzblank ist. Das macht sie übrigens auch ganz nebenbei. Und hat dann lässt sie den Tag entspannt mit ihrer Familie ausklingen.

Und das alles nur wegen dieser einen Tasse Kaffee!!! Wahnsinn, oder?

Tatsächlich wird uns so ein Schmarrn ständig in Werbung und in Filmen vorgelebt.

Und auch wenn jede einzelne von uns weiß, dass das mit der Realität soviel zu tun hat, wie morgens mit perfekten Haaren aufzuwachen, orientieren sich ganz viele Frauen daran.

Sie sehen diese Werbung und diese Filme und fühlen sich schlecht danach. Obwohl sie wissen, dass das mit der Normalität nicht viel zu tun hat.

2. Wir haben es so gelernt

Kinder lernen am Modell. Dass heißt, dass kleine Mädchen lernt von der Mutter, wie man eine Frau ist. Was macht eine Frau? Wie gibt sich eine Frau? Wie geht eine Frau mit anderen Frauen und mit Männern um?

All diese Fragen werden dem kleinen Mädchen von ihrer Mutter beantwortet. Indem sie sie beobachtet und imitiert.

Und wenn die Mutter nun mit sich selbst sehr hart und kritisch ist und andere Menschen über sich selbst stellt, dann macht das kleine Mädchen das nach.

Wenn die Mutter mit sich selbst unzufrieden ist, sich abwertet und immer was an sich auszusetzen hat, dann wird die Tochter das höchstwahrscheinlich übernehmen.

Wenn wir das einmal gelernt haben und sich das so richtig schön in uns festgesetzt hat, dann geht das nicht von heute auf morgen wieder weg.

3. Uns wurde es bewusst oder unbewusst eingeredet

Vielen von uns wurde Dinge vermittelt, wie

– Du musst immer brav sein. (Und wenn du es nicht bist, dann hab ich dich nicht lieb)
– Das kannst du nicht
– Du bist zu laut, zu leise, zu frech, zu anhänglich

Und so weiter und so fort. Es ist noch kein Drama, wenn mal so ein Satz fällt. Aber wenn uns solche Sätze ständig gesagt wurden, dann hat das einen großen Einfluss auf uns.

Relativ schnell macht sich das Gefühl in uns breit, dass wir nicht so sein dürfen, wie wir sind. Oder wie wir uns gerade fühlen.

Und das bringt ganz automatisch mit sich, dass wir uns selbst in Frage stellen und an uns zweifeln. Je mehr unsere Kindheit von solchen Erlebnissen geprägt war, umso selbstkritischer und härter werden wir wahrscheinlich im Erwachsenenalter sein.

Diese allgemeinen Faktoren sind oft die Grundlage dafür „unzufrieden mit sich selbst“ zu sein.

Dieses Gefühl unzufrieden mit sich selbst zu sein kann sich bei jeder ganz unterschiedlich zeigen und unterschiedliche Lebensbereiche betreffen.

Deshalb möchte ich auf ein paar einzelne Punkte näher eingehen, denen ich in meiner Arbeit in den letzten Jahren oft begegnet bin.

Sie sorgen treffsicher dafür, dass wir unzufrieden mit uns selbst sind.

1. Unfrieden mit sich selbst, weil wir gegen uns kämpfen

Ganz viele Frauen führen einen inneren Kampf gegen sich selbst. Zum Beispiel weil sie ihren Körper nicht akzeptieren. Oder weil sie gegen ihre verletzliche Seite ankämpfen. Oder weil sie Eigenschaften an sich selbst nicht mögen.

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele. Die Liste der inneren Kämpfe könnte ich seitenweise fortsetzen.

Wie können wir das ändern?

Die Lösung ist Selbstakzeptanz und Selbstannahme.

Beginne damit dich selbst zu akzeptieren, so wie du bist. Mit allen vermeintlichen „Fehlern“ und „Mäkeln“. Übrigens: Fehler und Makel machen uns liebenswert. Kein Mensch mag perfekte Menschen, oder?

Probiere hier mal die 5 % Regel. Wenn ich mich heute 5% mehr akzeptiere, wenn ich mich 5% mehr annehme. Was wäre dann anders? Welchen Unterschied würde das machen? In welchen Situationen würde sich das bemerkbar machen? Wann würde ich das besonders spüren?

Versuche dich von Woche zu Woche 5 % mehr zu akzeptieren. Und schau einfach mal, was passiert.

2. Unzufrieden mit sich selbst, weil wir uns unsere Gefühle verbieten

Jeder ist gerne glücklich, zufrieden und ausgelassen. Jeder liebt es, das Leben zu feiern. Beschwingt zu sein, vor Energie und Lebensfreude zu sprühen.

Aber was ist wenn wir traurig sind. Wenn wir wütend und aggressiv sind. Was ist wenn wir schlechte Laune haben oder total gereizt sind.

Das mögen wir nicht. So wollen wir uns nicht fühlen. So wollen wir nicht sein.

Und weil wir uns nicht so fühlen wollen beginnen wir damit, uns diese Gefühle zu verbieten. Wir erlauben sie uns nicht. Wir verdrängen sie und lenken uns ab.

Aber: Das tut uns nicht gut!

Diese Gefühle sind ja nicht umsonst da. Es gibt einen Grund dafür. Und wenn wir sie uns verbieten hat das nur ein einziges Ergebnis: Es führt dazu, dass wir unzufrieden werden und uns unglücklich fühlen.

Wie können wir das ändern?

Lasse deine Gefühle zu. Verdränge sie nicht. Wenn du traurig bist, dann sei traurig. Wenn du wütend bist, dann sei wütend. Und wenn du glücklich bist, dann sei glücklich. Das ist total in Ordnung!

Noch eine kurze Zusatzinfo: Das sind alles Gefühle. Keines davon ist besser oder schlechter. Nichts davon ist negativ oder positiv. Unsere Bewertung machen sie zu dem, was sie sind!

3. Unzufrieden mit sich selbst sein, weil unsere „Schwächen“ mehr wiegen

Meine Klientinnen bekommen vor der gemeinsamen Zusammenarbeit einen Fragebogen von mir. Darin gibt es die Fragen: Was magst du an dir? Was magst du nicht an dir?

Wirklich richtig oft bleibt die Frage „Was mag ich an mir“ unbeantwortet oder da steht was wie „da fällt mir jetzt gar nichts ein“. Wobei bei „Was mag ich an mir nicht“ ganz oft der Platz nicht reicht.

Das liegt nicht daran, das die Frauen nichts an sich mögen. Im Gespräch finden wir dann meist viele Dinge, die sie an sich mögen. Aber sie nehmen sie nicht wahr.

Das liegt daran, dass sie den „schlechten Seiten“, den „Fehlern“ mehr Gewicht beimessen. Eine Sache, die wir nicht an uns mögen, wiegt so viel wie 5 Dinge, die wir mögen. Oder mehr.

Und wir sind auch Weltmeiste darin, die Dinge, die wir an uns mögen klein zu machen. „Ach, das ist ja nichts besonderes“, „Das kann ja jeder“.

Wie können wir das ändern?

Beginne das, was du an dir magst wertzuschätzen. Spiele es nicht runter, sondern sag dir: „Ja, das mag ich an mir“.

Du kannst ja mal ein Experiment starten. Mach dir mal eine Liste von all den Dingen, die du an dir magst. Und denen, die du nicht magst.

Und dann startest du damit, dass du jedes mal, wenn du dich selbst abwertest, wenn du total kritisch mit dir bist, ganz bewusst an etwas zu denken, was du an dir magst.

Also sozusagen eine positive Bewertung für jede negative Bewertung. So, dass du langsam beginnst auch dem positiven in dir mehr Raum und Platz zu geben.

4. Unzufrieden mit sich selbst, weil wir viel unnützen, emotionalen Ballast mit uns rumschleppen

Wie oft hängen wir gedanklich noch an Dingen fest, die längst vorbei sind. An Dingen, die nicht gut für uns waren. Oder an Situationen, die nicht gut für uns ausgegangen sind.

Wie oft schleppen wir diesen emotionalen Ballast noch mit uns rum, obwohl wir daran nichts mehr ändern können.

Wie können wir das ändern?

Lerne loszulassen. Du kannst dich fragen: Gibt es jetzt etwas, was ich tun kann, um diese Situation zu ändern? Wenn nein, dann hake es ab. Verbuch es unter „Das war eine blöde Geschichte, aber es ist vorbei.“

Wenn es etwas gibt, was du tun kannst, um die Situation nachträglich zu verbessern: Dann tu es. Das könnte zum Beispiel eine Entschuldigung sein oder einfach nur mal hören, wie der andere die Situation empfunden hat.

5. Unzufrieden mit sich selbst, weil wir Konflikte vermeiden

Hand aufs Herz – wie oft hast du schon Dinge getan, die du eigentlich nicht tun wolltest, nur um Streit zu vermeiden? Oder zu vermeiden, dass der andere beleidigt oder enttäuscht ist?

Wir tun ständig Dinge um Konflikte, Auseinandersetzungen und Reibereien zu vermeiden. Oft handeln wir damit gegen uns selbst.

Wir tun Dinge des lieben Friedens willen.

Und dabei vergessen wir oft unsere Bedürfnisse, oder unsere Werte oder das, was wir eigentlich gut oder schlecht finden.

Das führt übrigens nicht nur zu Unzufriedenheit, sondern schwächt auch unser Selbstwertgefühl. Immer, wenn wir etwas gegen uns selbst tun, ist das ein Schlag ins Gesicht für unseren Selbstwert.

Also, doppelt blöd.

Wie können wir das ändern?

Beginne eine Streitkultur zu entwickeln. Lerne mit Konflikten umzugehen. Beginne damit Auseinandersetzungen auszuhalten.

Das kannst du am besten trainieren, indem du es einfach immer und immer wieder tust. Am besten dann, wenn du weißt, dass dein Gegenüber das gut ab kann und du gute Erfahrungen sammeln kannst.

Beginne damit zu sagen, wenn dir etwas nicht gefällt. Beginne damit offen deine Meinung auszusprechen, auch wenn du weißt, dass sie nicht auf Gegenliebe stößt.

Du wirst schnell merken: Das ist gar nicht so schlimm, wie du befürchtet hast.

Wie ich von einem sehr beeindruckenden Speaker letztens gehört habe: We always think about the worst case. But the worst case never happens!

Das fand ich ziemlich gut auf den Punkt gebracht.

Oft sind es blockierende Glaubenssätze, die dafür sorgen, dass wir den Konflikt vermeiden. Die Glaubenssätzen sind eng verknüpft mit unseren Ängsten, die sich in solchen Situationen dann melden.

Wir haben Angst davor nicht mehr gemocht zu werden, wenn wir unsere Meinung sagen. Oder vielleicht sogar, dass unser Partner uns verlässt oder unser Chef uns rauswirft.

Tatsächlich sind das unsere Worst-Case-Szenario Gedanken, die durch unsere Glaubenssätze verursacht werden.

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Wenn du das Gefühl hast, das bei dir viele Glaubenssätze dazu führen, dass du unzufrieden bist oder du bei den anderen Punkten das Gefühl hast, dass du lieber mit Unterstützung das Thema angehen möchtest, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenloses Erkenntnis-Coaching.

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Ich hoffe, ich konnte dir mit dem Artikel neue Impulse und Ideen geben.

Lass es dir gut gehen, bis dahin,

Rosina

PS: Wenn Dich das Thema näher interessiert, Du Frage oder Anregungen hast, dann schreib mich an unter mail@rosinageltinger.de oder hinterlasse hier einen Kommentar.

Rosina Geltinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

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