Persönliches

Mein Weg zum psychologischen Online-Coach

Als ich zur Welt kam, wusste wahrscheinlich niemand in dem beschaulichen Dorf in Oberbayern, in dem ich geboren wurde, was Psychotherapie oder psychologisches Coaching überhaupt ist. Ich glaube, das dauerte auch noch eine ganze Weile, bis das dort ankam. Heute arbeite ich selbst als psychologischer Coach und Psychotherapeutin (nach dem HPG) und das auch noch online. Wer hätte das gedacht! Ich selbst bestimmt nicht, denn ursprünglich hatte ich eine ganz andere Idee für mein Leben. Welche Stationen mich dahin geführt habe, welche Umwege und Abzweigungen es gab, davon erzähle ich dir in diesem Artikel.

  1. Warum? Das wurde mir wohl in die Wiege gelegt. Meine Tante sagt immer, sie hat mich zwar unglaublich gerne, aber aufgepasst hat sie nicht gerne auf mich, weil ich sie immer mit „Warum“ gelöchert habe. Das war nicht das Problem, aber keine Antwort war mir gut genug. Anscheinend wollte ich damals schon immer dahinterschauen und begreifen und verstehen, was wirklich los ist und dahinter steckt. Das hat sich übrigens bis heute nicht geändert.
Also, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich meine Tante so gelöchert habe 😉
  1. Schule: Ich konnte alles ein bisschen, und nichts wirklich gut. Ich hab mich in der Schule recht leicht getan, musste nicht viel büffeln. Aber: Ich konnte alles ein bisschen und nichts davon besonders gut. Außer Mathe, da war ich richtig schlecht. Es war nicht eindeutig klar: Ich mach auf jeden Fall etwas mit Sprache oder so. Ich war recht vielseitig interessiert, und das ist bis heute geblieben. Aber eins war damals schon klar…
  1. Good Bye Deutschland. Ich will ins Ausland! Den Wunsch hatte ich seit der 7. Klasse. Und aus diesem Wunsch heraus habe ich auch meinen Beruf gewählt: Hotelkauffrau. Denn damals war es nicht so einfach, ins Ausland zu gehen. Der Job hat mir die Türen geöffnet. Direkt nach der Ausbildung startete ich ins Abenteuer Ausland. Insgesamt war ich 4 Jahre weg, in England und in Dubai. Das war eine fantastische Zeit in meinem Leben, die unglaublich Spaß gemacht hat. Ich hab tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich teilweise heute noch Kontakt habe. Und ich hab sehr viel gelernt.
  1. Der erste Wendepunkt. Als Kind war ich sehr viel bei meinen Großeltern, deshalb hat es mich schwer getroffen, als die beiden von uns gegangen sind. Das war auch der Grund, warum ich wieder nach München zurückkam. Nachdem meine Oma gestorben ist, hab ich begonnen mir viele Gedanken über mich und mein Leben zu machen: Was will ich wirklich im Leben? Macht mich der Weg glücklich, den ich bisher eingeschlagen habe? Die Trauer und die daraus resultierende Frage nach dem Lebenssinn haben mich zu den ersten Schritten in die psychotherapeutische Arbeit und zur Persönlichkeitsentwicklung gebracht.
  1. Die nächsten Jahre waren der Wahnsinn – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte eine Kollegin, die eine kaufsüchtige Betrügerin war, und unter gefälschten Konten von Kollegen Unmengen bei Online-Shops kaufte. Mein Chef wurde angezeigt, und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion habe ich ihm geholfen, Akten aus dem Archiv zu schaffen. Ich kam mir vor, wie im Krimi. (Der Vorwurf gegen ihn war rein persönlich und fachlich nicht begründet. Er wurde frei gesprochen). Ich teilte mit einer Kollegin das Büro, die eine Borderline-Störung hatte. Da sind sehr schräge Sachen passiert. Zum Beispiel lud sie mich auf eine Hochzeit nach Italien ein, die nie geplant war. Sie hat mich sogar das Flugticket kaufen lassen. Und eine Weile später hatte ich dann auch noch einen narzisstischen Chef. Was für Zeiten…
  2. In Irland kam die Klarheit. Das war wirklich eine abgefahrene Zeit mit unglaublichen Erlebnissen. Und gleichzeitig bin ich immer neugieriger geworden: Was geht in diesen Menschen vor? Was steckt dahinter? Warum tun Menschen solche Dinge? Ich hab selbst ja bereits erlebt, wie unglaublich wirkungsvoll Psychotherapie ist und das gekoppelt mit dem, was um mich passiert ist, hat immer zu dem Gedanken geführt: Das will ich beruflich machen. 2008 bin ich eine Woche mit einer Freundin in ein traumhaftes Cottage nach Irland gefahren. Dort habe ich jede Nacht davon geträumt, was ich beruflich machen könnte. In dieser Woche war ich alles: Schauspielerin, Aussteigerin und eben auch Therapeutin.
  1. Ausbildung im Inhope in München und die Prüfung beim Gesundheitsamt. Nach Irland war klar: Ich melde mich jetzt für die psychotherapeutische Ausbildung an. Drei spannende Jahre Ausbildung im Inhope in München folgten und gleich im Anschluss die Prüfung zur Heilerlaubnis beim Gesundheitsamt. Und dann konnte es losgehen. In der Zeit habe ich übrigens meinen heutigen Partner kennengelernt.
Ganz konzentriert beim Ausbildungsseminar
  1. Im April 2011 eröffnete ich meine erste Praxis. Die Ausbildung war abgeschlossen – die Prüfung bestanden, also ab ins kalte Wasser und eine Praxis eröffnen. Ich fand einen wunderschönen Praxisraum und war total euphorisch und voller Tatendrang. Ich hab mir das alles recht einfach vorgestellt: Ich hab einen Praxisraum, meine Website ist online und jetzt rennen mir die Klienten die Bude ein. Das dachte ich damals wirklich, heute muss ich darüber lachen. Aber ich bin dran geblieben. Mir hat es einfach zu viel Spaß gemacht und ich war überzeugt: dieses ganze Marketingzeug, das lerne ich auch noch. Die Praxis lief dann recht gut, nur…
Dieses Bild war das erste Bild für meine Website
  1. Jetzt erstmal einen Schritt zurück, denn meine Welt steht Kopf! 2013 wurde ich zum ersten Mal Mama, 2015 das zweite Mal. Es kamen drei Jahre, in denen mein Fokus hauptsächlich auf den zwei kleinen Wirbelwinden lag. Ich hab zwar relativ schnell wieder gearbeitet, aber nur sehr homöopathisch. Das war mit der Selbstständigkeit super machbar. Aber da war mir schon klar, in Zukunft muss ich umdenken.
  1. Da haut’s mir meine Glaubenssätze um die Ohren! Mit den Jungs zu Hause war klar, es muss noch ein anderes „Arbeitsmodell“ her, mit dem ich flexibler bin. Und abgesehen davon hatte ich auch wirklich viel Lust bestimmte Formate online anzubieten. Aber da grätschte mir mein Glaubenssatz: „Aber online, nein, online kann ich nicht arbeiten! Das geht in meinem Bereich nicht.“ dazwischen. Von diesem Glaubenssatz war ich überzeugt, bis ich einen Online-Workshop bei einer Kollegin gemacht habe. Ich konnte es nicht fassen: Die arbeitet ganz ähnlich wie ich und das online! Das gibt’s ja gar nicht! Da hatte ich erstmal dran zu knabbern ;-).
  2. 2018 – let’s go online! Nachdem ich meinen Glaubenssatz „Meine Arbeit geht nicht online“ abgelegt hab – das war übrigens gar nicht so leicht – gings los. Ich starte die ersten online Versuche. Jetzt im Nachhinein fühlt sich die Zeit an wie wackelige Schritte eines jungen Fohlens kurz nach der Geburt. Ich probierte einiges aus, hatte aber keine Ahnung, was ich da eigentlich machte. Also legte ich die Idee wieder für eine Weile zur Seite.
  3. 2020 kam der Neustart! Losgelassen hat mich die Online-Idee aber nicht mehr. Also startete ich 2020 nochmal neu. Dieses Mal anders. Ich holte mir Hilfe und versuchte das ganz Konzept des Online Businesses besser zu verstehen. Ich war in unterschiedlichen Programmen, um zu lernen, wie die ganze Online-Welt funktionierte. Außerdem begann ich, mich mit anderen Online-Unternehmerinnen zu vernetzen und war in unterschiedlichen Mastermind Gruppen.
    Lernen und experimentieren – das war mein Motto. Dieses Mal ging ich ganz anders an die Sache ran!
  4. Das bin ich heute: Psychologischer Coach, Psychotherapeutin (nach dem Heilpraktikergesetz), Psycho-Kinesiologin, Bloggerin, Online Unternehmerin. Ich biete online Workshops und unterschiedliche Programme an, ich arbeite 1:1 online mit meinen Klientinnen und ich probiere immer wieder neue Formate und Ideen aus. Ich bin sehr gespannt, wohin dieser Weg noch führt und was sich daraus alles noch entwickelt. Der Weg bisher war schon aufregend und fantastisch, und ich weiß, es wird genau so weitergehen.
Mein letztes Fotoshooting im April 2022 mit Ronny Barthel.

Das ist nur ein kleiner Auszug von dem, wie ich wurde, was ich bin. Ich könnte eigentlich zu jedem Punkt noch einen eigenen Blogartikel schreiben. Hmmmm, vielleicht mach ich das sogar noch. Welcher Punkt würde dich denn näher interessieren? Ich weiß definitiv, welcher Punkt mich als Leserin am meisten interessieren würde. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar – ich bin gespannt 😉

Wenn du noch ein paar FunFacts über mich lesen willst, dann schau mal hier:


Lust mehr zu lesen? Darüber habe ich im letzten Monat gebloggt:

Ich bin unglücklich und unzufrieden, obwohl ich alles habe. Warum geht’s nur mir so?

Das war mein 12. Mai in Bildern: https://rosinageltinger.de/12-von-12-mai-2022/

Psychische Gesundheit im Online-Business! Warum ich finde, dass man in dem Bereich besonders drauf achten muss!

Mein Monatsrückblick April: https://rosinageltinger.de/monatsruckblick-april-2022/

4 Kommentare

  • Susanne sagt:

    Liebe Rosina, vielen Dank für deine Geschichte…Ich habe mich völlig wiedergefunden in dem „Was geht in diesen Menschen vor?“ Das finde ich auch immer wieder spannend. Liebe Grüße, Susanne

  • Marita sagt:

    Liebe Rosina,
    danke für Deine Offenheit. Ich habe mir auch schon früh die Frage gestellt, warum wir so handeln, wie wir handeln. Warum ist manches überhaupt nicht logisch und was steckt dahinter? Mit Cholerikern und anderen Menschen habe ich auch äußerst spannende Erfahrungen gemacht und nachdem mir bewusst wurde, dass ich einen traumatisierten Mann an meiner Seite habe, ging mir ein Licht nach dem anderen auf und ich begann noch tiefer zu graben. Wir Menschen sind so unglaublich spannend und ich glaube, dass mich die Faszination für all diese Themen niemals loslassen wird 🙂

    Ich habe Deinen Beitrag unglaublich gerne gelesen. Danke dafür und liebe Grüße vom anderen Ende der Stadt!
    Marita

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