Gefühlswelt & Gedanken

Wann werden Selbstzweifel eigentlich „gefährlich“?

von 24. März 2022 September 27th, 2022 2 Kommentare
Selbstzweifel

#Tag 4 der Blogdekade

Selbstzweifel kennen wir alle, und sie sind nicht per se schlecht.

Ganz im Gegenteil, eigentlich bedeuten Selbstzweifel nur, dass wir uns selbst hinterfragen. Das heißt, wir haben ein gewisses Maß Reflexionsfähigkeit, und das ist tatsächlich eine sehr wichtige Eigenschaft.

Du kennst bestimmt auch Menschen, die kein Gramm an Reflexionsfähigkeit besitzen, und sich selbst null infrage stellen. Das sind oft nicht so angenehme Zeitgenossen.

Aber es gibt 2 Probleme, die Selbstzweifel nach sich ziehen:

1. Selbstzweifel sind oft ganz besonders hinterhältige Gefährten!

Meistens schlagen sie ganz unerwartet zu.

Das kennst du vielleicht auch: Du fühlst dich gut, alles ist okay, und plötzlich kommt dir ein kurzer, eigentlich ganz harmloser Gedanke, wie z.B. „Warum hab ich das denn eigentlich gesagt?“, in den Kopf. Du gibst dem gar keine große Bedeutung und versuchst, den Gedanken wieder wegzuschieben. Aber er kommt wieder und wieder. Und nicht nur das: Er wächst quasi, denn es kommen mehr Gedanken in die Richtung dazu.

Das alles passiert so schnell und in einem Zustand von „Halbbewusstsein“. Wir kriegen es zwar schon irgendwie bewusst mit, aber da es so schnell geht, nehmen wir die Selbstzweifel erst so richtig wahr, wenn sie mit voller Wucht eingeschlagen haben.

Das ist ganz besonders gemein, weil wir eigentlich keine Chance haben uns davor zu schützen.

2. Selbstzweifel sind destruktiv und abwertend

Dass Selbstzweifel eigentlich bedeuten, dass wir reflexionsfähig sind, habe ich ja schon geschrieben. Aber das gilt nur, wenn sie lösungsorientiert und konstruktiv sind. Aber genau da liegt das Problem.

Selbstzweifel sind wie politische Talkshows: Es wird darüber lamentiert, warum das jetzt gerade so ist. Es werden Schuldzuweisungen ausgesprochen und man dreht sich im ganzen Gespräch eigentlich nur im Kreis.

Und genau so ist es auch mit den Selbstzweifeln: Wir fühlen uns schuldig, unsere Gedanken drehen sich ständig im Kreis und das Schlimmste ist: Wir werten uns selbst damit ab!

Viel besser wäre doch stattdessen folgendes Szenario:

So und so ist meine Situation gerade. Das und jenes finde ich nicht gut. Wie hätte ich es gerne stattdessen? Was brauche ich dafür? Wie kann ich es schaffen, dahin zu kommen? Wie kann ich es ändern?

Aber das tun wir eben in den meisten Fällen nicht, sondern wir hadern mit uns, werten uns ab, sagen zu uns selbst Dinge, wie

  • Ich bin so blöd.
  • Das war ja eh klar, dass ich das nicht schaffe.
  • Ich bin sowieso nicht gut genug.

Und genau das macht Selbstzweifel so gefährlich.

Durch diese Abwertung schwächen wir uns auf ganzer Linie. Wir schwächen unser Selbstwertgefühl und unser Selbstbild leidet darunter. Automatisch hat das auch einen Einfluss auf unsere Selbstsicherheit und die Selbstliebe. All das geht rapide in den Keller. Und das passiert bei jedem Mal, wenn die Selbstzweifel überhandnehmen.

Wenn wir nicht aktiv etwas tun, um unser Selbstwertgefühl zu stärken und die Sicherheit in uns zu festigen, dann wird unser Selbstbild und das Vertrauen in uns selbst immer weniger.

Da kommen wir ganz schnell in eine Negativspirale, die uns viel Kraft kostet, Lebensfreude raubt und dafür sorgt, dass es uns nicht gut geht.

Es ist vollkommen egal, wie stark und ausgeprägt deine Selbstzweifel sind, es lohnt sich immer daran zu arbeiten! Denn je weniger (destruktive) Selbstzweifel, umso besser.

Lies dazu auch gerne meinen Artikel Selbstzweifel überwinden. Und wenn du Lust hast, dann komm in meinen Live-Workshop „Endlich positiv denken“, da geht’s den negativen Gedanken und den Selbstzweifeln ordentlich an den Kragen 😉.


Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

2 Kommentare

  • Gabriele sagt:

    Liebe Rosina,
    danke für diesen erfrischenden Blick auf das Thema Selbstzweifel. Ja, diese holen uns wohl alle hin und wieder ein. Besonders das persönliche Abwerten („Ich bin so ein Idiot.“) geht oft automatisch. Mit anderen Menschen würden die meisten von uns nie so umgehen. Denen geben wir behutsam Feedback, achten darauf, sie nicht zu stark zu kritisieren, machen ihnen ernst gemeinte Komplimente und halten im richtigen Moment den Mund. All das können wir auch bei uns selbst tun. Wir müssen nur wollen. 🙂
    Herzliche Grüße von der #Schmetterlingsfrequenz
    Gabriele

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