Bedürfnisse

Für sich selbst einstehen!

von 12. Juli 2021 Dezember 7th, 2021 keine Kommentare

Für sich selbst einstehen! So schaffst du es, ohne dich egoistisch zu fühlen!

Selbstbewusst sein, Grenzen setzen, für sich selbst einstehen – das klingt in der Theorie so leicht, ist aber in der Umsetzung oft eine riesige Herausforderung.

Für sich selbst einstehen – warum fällt uns das so schwer? Weshalb ist es eine so große Herausforderung unsere Meinung zu äußern und für unsere Bedürfnisse einzustehen?

Und zwar ohne Schuldgefühle und ohne das Gefühl total egoistisch zu sein.

Davor muss aber erst eine andere wichtige Frage beantwortet werden: Warum ist es eigentlich wichtig für sich selbst einzustehen?

Ist es nicht eine gute Eigenschaft, wenn ich Kompromisse eingehen kann und mich selbst nicht immer so in den Vordergrund stelle? Was spricht denn dagegen, mich immer nach den anderen zu richten?

Hier ist ganz wichtig folgende Punkte zu unterscheiden:

Für sich selbst einstehen und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und nach ihnen zu leben hat nichts mit Egoismus oder sich selbst in den Mittelpunkt stellen zu tun.

Es bedeutet, dass du dir über dein Innenleben, über das was du brauchst um glücklich zu sein, bewusst bist. Das du gut mit dir selbst im Kontakt bist.

Wenn du das bist, kannst du auch wunderbar Kompromisse eingehen und empathisch mit anderen Menschen umgehen. Ohne das Gefühl zu haben, dass du selbst auf der Strecke bleibst und immer hinten runterfällst.

Wenn du allerdings immer deine Bedürfnisse hintenanstellst; wenn du dich immer mehr darum kümmerst, dass es den anderen besser geht, als dir selbst, dann führt das zu viel Unzufriedenheit, Frust und dem Gefühl, nicht wichtig zu sein.

Jedes einzelne Mal, wenn du nicht für dich einstehst, wenn du gegen deine Bedürfnisse arbeitest, wenn die Wünsche der anderen wichtiger sind als deine eigenen, arbeitest du gegen dich!

Jedes einzelne Mal „nicht für sich selbst einstehen“ ist eine Ohrfeige für dein Selbstwertgefühl.

Im Umkehrschluss stärkt es dein Selbstwertgefühl, wenn du für dich einstehst.

Und warum fällt uns das jetzt so schwer?

Dazu müssen wir als erstes Mal einen Blick in unsere Kindheit werfen.

Wir lernen schon als kleine Kinder, dass wir mit angepasstem Verhalten weiterkommen, als wenn wir für uns und unsere Bedürfnisse selbst einstehen.

Ganz unbedarft wollen wir zwar als Kinder für uns einstehen, aber wenn wir deswegen geschimpft werden und böse Blicke ernten, dann werden wir das bald sein lassen.

Wir begreifen schnell, dass wir mehr gemocht werden, wenn wir uns anpassen.

Insofern ist das „nicht für sich einstehen“ ein angelerntes Verhalten.

Ein angelerntes Verhalten, das leider oft schon so perfektioniert ist, dass wir es als ganz normal wahrnehmen.

Leider führt das auch dazu, dass wir dadurch den Kontakt zu uns selbst verlieren. Dass wir vor lauter Anpassung gar nicht mehr genau wissen, was eigentlich unsere eigenen Bedürfnisse sind.

Und im Laufe der Zeit, entwickeln wir dann noch Ängste dazu.

Ängste, dass wir

…nicht gemocht werden.

…abgelehnt werden.

…nicht dazu gehören.

…verlassen werden.

…nicht geliebt werden

…nicht gut genug sind

…etwas leisten müssen, um wertvoll und wichtig zu sein.

Und somit sind es zwei Faktoren, die dafür sorgen, dass wir nicht für uns einstehen.

Antrainiertes Verhalten und Ängste.

 Jetzt aber zur guten Nachricht: Du kannst das ändern!

Du musst „nur“ das antrainierte Verhalten umtrainieren und deine Ängste überwinden.

Das kannst du lernen. Und dadurch wirst du automatisch besser für dich einstehen können.

Das klappt wahrscheinlich nicht über Nacht, aber du kannst trainieren, um jeden Tag ein bisschen mehr für dich einzustehen.

Und am besten fängst du gleich heute damit an.

Beginne, jeden Tag ein bisschen was zu verändern, und du wirst sehen, wie du anfängst immer mehr und immer besser für dich einzustehen.

Und was mir besonders wichtig ist:

Das Ganze geht auch ohne dabei eine Dramaqueen oder Zicke zu sein.

Sondern mit einer empathischen Selbstverständlichkeit, die nicht nur dir guttut, sondern auch deine zwischenmenschlichen Beziehungen erheblich verbessern wird.

Richtig gelesen: Für sich einzustehen verbessert auch das Miteinander!

Vorausgesetzt, das für sich einstehen kommt wirklich tief aus dem Herzen und ist echt gemeint. Das funktioniert nicht, wenn es „gespielt“ und „aufgesetzt“ ist.

So, und wie du das jetzt genau anstellst, erfährst du jetzt.

Bevor wir anfangen können, besser für uns einzustehen, müssen wir erst mal wissen, für was wir eigentlich einstehen wollen?

Für sich selbst einstehen – Im ersten Schritt geht es um Authentizität.

Was will ich eigentlich wirklich? Was sind meine Bedürfnisse? Sind das wirklich MEINE Bedürfnisse, oder hab ich mir das nur angewöhnt oder übernommen? Welche Werte habe ich? Was ist mir wichtig, was interessiert mich überhaupt nicht?

Entscheide dich dafür ab jetzt authentisch zu sein!

Das bedeutet nicht, dass du all deine Bedürfnisse mit der Ellbogen-Methode durchboxen musst.

Es kann auch bedeuten, dass du ganz bewusst einen Kompromiss eingehst.

Wichtig ist, dass du dir über dich, deine Bedürfnisse, deine Wünsche, deine Ziele und über deine Werte im Klaren bist. Was willst du wirklich? So ganz tief aus deinem Herzen?

Wenn du das weißt, kannst du entsprechend handeln. Egal, ob du deins durchziehst oder bewusst einen Kompromiss eingehst. Es geht darum bewusst zu entscheiden.

Wie geht das denn authentisch zu sein?

Diese Frage bekomme ich regelmäßig gestellt.

Beginne damit dich und wie du dich gerade fühlst zu beobachten.

Fühlst du dich in der Situation wohl? Ist das Gespräch gerade angenehm, nervt es dich oder findest du es inspirierend? Hast du gerade Ja gesagt, obwohl du viel lieber Nein sagen wolltest? Oder hast du vielleicht Nein gesagt, obwohl eigentlich alles in dir JAAAA sagen wollte?

Wenn du dabei radikal ehrlich bist mit dir, dann lernst du dich so richtig gut kennen.

Und dann beginne damit deine Authentizität immer mehr nach „draußen“ zu lassen.

Du musst dich nicht mehr verstellen, du musst keine Rollen mehr spielen.

Fange an damit, du selbst zu sein. Das ist die wichtigste Grundlage, um für sich einzustehen!

 Und das führt direkt zum nächsten Punkt:

Für sich selbst einstehen in dem du eigene Bedürfnisse erkennst und auch danach lebst

Wenn wir nicht für uns einstehen handeln wir oft gegen unsere eigenen Bedürfnisse. Wir tun Dinge, die wir nicht tun wollen oder für die wir keine Zeit haben. Beides ist nicht gut für uns und löst Stress aus.

Gay Hendricks, amerikanischer Psychotherapeut und Autor, hat mal gesagt: „Wir werden nie genug Zeit haben für all die Dinge, die wir nicht tun wollen!“. (Sinngemäß wiedergegeben)

Und die Frage, die wir uns jeden Tag aufs Neue stellen sollten: Wollen wir wirklich unser Leben damit verbringen, Dinge zu tun, auf die wir keine Lust haben?

Deshalb beginne am besten gleich jetzt damit, besser für dich einzustehen in dem du deine Bedürfnisse wahrnimmst und ihnen einen Platz in deinem Leben gibst.

Wenn du dich und dein Empfinden beobachtest, kannst du dazu gleich noch tiefer einsteigen.

Was würde mir denn stattdessen mehr Spaß machen?

Was bräuchte ich jetzt, um mich wohler zu fühlen?

Wenn das Gespräch gerade wirklich toll war, was genau hat dir daran gefallen? Welches Bedürfnis wurde dabei erfüllt?

Was will ich wirklich, so ganz tief in mir drin?

 Auch hier ist es wichtig, dass du ehrlich mit dir bist. Es hilft dir nicht weiter, wenn du dich selbst anlügst.

Wenn du magst, kannst du gleich jetzt deine individuelle Bedürfnisse-Liste starten. Sobald es geschrieben auf dem Blatt Papier steht, hat es direkt eine größere Wirkung.

Für sich selbst einstehen – Konfrontation & Konflikte aushalten lernen

 Die wenigsten können Konfrontation und Konflikte gut aushalten. Obwohl es das Normalste der Welt ist.

Jeder Mensch tickt anders. Jeder Mensch empfindet und fühlt anders. Jeder Mensch betrachtet die Welt, die Menschen und das Leben durch seine Brille.

Und da gibt es nun mal Meinungsverschiedenheiten, Diskussionen und Konflikte. Total verständlich.

Wir können das aber oft schlecht ertragen. Entweder weil wir es immer allen recht machen wollen oder weil wir nicht gelernt haben wie wir mit Konflikten umgehen können. Oder weil es uns unglaublich schwer fällt Grenzen zu setzen und Nein zu sagen.

Bei dem Versuch Konflikten aus dem Weg zu gehen, bricht direkt der nächste Konflikt aus. Der innere Konflikt in uns. Denn wenn wir dem Konflikt im Außen aus dem Weg gehen, geht das meist auf unsere Kosten. Wir stecken zurück und stehen nicht für uns ein.

Des guten Friedens willen…wie es so schön heißt. Aber ganz ehrlich „Everybodies Darling“ zu sein bringt uns rein gar nichts, außer dass wir unzufrieden und unglücklich sind.

Also, beginne damit, anders mit Konflikten umzugehen.

Ganz wichtig ist hier, dass du dir immer wieder bewusst machst: Ein Konflikt, eine Meinungsverschiedenheit, eine hitzige Diskussion ist nicht automatisch ein persönlicher Angriff!

Versuche dich mit ein wenig innerem Abstand auch in die anderen hinein zu versetzen. Das ist nicht immer einfach, aber wenn dir das gelingt, wirst du wahrscheinlich den Standpunkt des anderen verstehen können. Und dann kannst du ganz anders mit dem Konflikt umgehen.

Und löse dich davon, es allen recht machen zu wollen. Dabei kannst du nur verlieren!

Das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Das wird nie Funktionieren! Wenn du das wirklich verinnerlichst, bekommst du schon ein Stückchen Freiheit geschenkt!

Versuche ganz offen dem anderen zuzuhören. Seine Meinung mit deiner zu vergleichen. Wenn du bei deiner Meinung bleibst, dann vertrete die. Am besten mit ein wenig Empathie und Humor, dann kann da ein ganz wertvoller Dialog daraus entstehen.

Und bleib offen für Kompromisse und Alternativen, wer weiß, vielleicht ist die Meinung des anderen ja auch gar nicht so verkehrt.

So können Konflikte dann auch tatsächlich recht bereichernd sein.

Für sich selbst einstehen – Sei mutig und übe, übe, übe!

Für sich einzustehen erfordert Mut! Und Übung.

Um mutig zu dir zu stehen, solltest du dir über deine Bedürfnisse im Klaren sein. Und wenn du zu etwas keine Lust hast, dann sage das. Beginne damit nein zu sagen!

Wichtig ist, dass du dabei empathisch und freundlich bleibst, aber konsequent.

Und das ist tatsächlich Übungssache.

Je öfter du für dich einstehst, und das auf positive Resonanz bei deinem Gegenüber stößt, desto sicherer wirst du werden. Und je öfter du positive Rückmeldungen bekommst, desto leichter wird es dir auch fallen.

Du brauchst positive Referenzerfahrungen, und am besten beginnst du jetzt damit sie zu sammeln.

Deshalb übe erstmal mit Kleinigkeiten, bei denen du dir recht sicher bist, dass das gut angenommen wird. Und übe auch mit Personen, die dir nicht so wichtig sind. Dann ist es nicht so schlimm, wenn die mit deinem Nein nicht so gut umgehen können.

Für sich selbst einstehen indem du liebevoll und empathisch Nein sagst

Das „Nein sagen“ ist ein sehr wichtiger Baustein, wenn es darum geht besser für sich einzustehen. Aber es fällt den meisten Menschen echt so richtig, richtig schwer. Oft, weil wir Angst haben, den anderen zu verletzen oder dass der andere uns dann nicht mehr mag.

Deshalb verrate ich dir eine Kommunikations-Technik, die das Nein gleich ein wenig liebevoller und empathischer macht, und du dennoch konsequent dabei bleiben kannst.

Die Sandwich-Technik

Du packst das Nein in zwei positive Aussagen. Die Füllung des Sandwiches ist sozusagen das Nein, und das Brot darüber und darunter ist etwas Positives.

Anstatt also zu sagen: Nein, ich kann nicht. (Was ja durchaus sehr hart klingen kann) kannst du sagen:

Ach, das ist eine voll schöne Idee, da hätte ich auch wirklich total Lust drauf. Aber ich kann am Donnerstag leider nicht. Wann würde es dir denn die Woche drauf passen?

Dadurch kann der anderen das Nein viel besser annehmen, weil es nicht so hart klingt.

Wichtig ist dabei nur, dass du die positiven Aussagen auch wirklich ernst gemeint sind. Das muss von Herzen kommen. Wenn es nicht ehrlich ist, dann spürt das der andere, und das hinterlässt oft einen faden Beigeschmack.

Die wundervolle Nebenwirkung des für sich einstehen!

Ich habe ja am Anfang erwähnt, dass unsere Ängste uns oft davon abhalten für uns einzustehen.

Besonders die Angst, nicht mehr geliebt und gemocht zu werden.

Und jetzt möchte ich dir noch etwas ganz Wichtiges zum Schluss verraten: Genau das Gegenteil ist der Fall!

Ich habe schon sehr, sehr viele Frauen dabei begleitet. Frauen, die nicht für sich eingestanden sind, weil sie diese Ängste hatten. Und nie sind diese Ängste eingetreten.

Und nicht nur das: Es ist wirklich das Gegenteil passiert. Zwischenmenschliche Beziehungen haben sich verbessert; Konflikte, die vorher da waren, haben sich aufgelöst und Partnerschaften sind intensiver und inniger geworden.

Warum?

Wenn wir authentisch sind und zu uns stehen, dann können unsere Mitmenschen uns besser greifen und wahrnehmen. Sie haben ein besseres Gefühl dafür, was in uns vorgeht, und wie wir ticken. Dadurch fühlen sie sich sicherer und sind orientiert. Und so können auch sie echter und authentischer sein.

Eine wunderbare Win-Win Situation!

Ich hoffe, ich konnte dir mit dem Artikel neue Impulse und Ideen geben.

Probier die unterschiedlichen Ideen einfach mal aus. Sei dabei liebevoll und geduldig mit dir selbst, das für sich einstehen braucht einfach ein wenig Zeit und Geduld. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Freude damit, besser für dich einzustehen!

Wenn du das Gefühl hast, dass du für diesen Prozess gerne Hilfe in Anspruch nehmen würdest, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenfreies Erkenntnis-Coaching.

Lass es dir gut gehen, bis dahin,

Rosina

PS: Wenn Dich das Thema näher interessiert, Du Frage oder Anregungen hast, dann schreib mich an unter mail@rosinageltinger.de oder hinterlasse hier einen Kommentar.

Rosina Geltinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie,
holistische Psycho-Kinesiologin,
psychologischer Coach,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
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Um besser für sich einstehen zu können, ist es wichtig, deine Bedürfnisse zu kennen.

Hol dir dazu jetzt meine kostenfreie PDF-Anleitung mit Arbeitsblättern zum Ausfüllen!

Die Anleitung hilft dir dabei, deine Bedürfnisse zu entdecken und danach zu leben!

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich liebe es die Wege der Seele zu ergründen. Davon bin ich schon seit vielen Jahren fasziniert. Ich finde es unglaublich spannend zu sehen, welche kreativen Wege unsere Seele findet, um uns an unsere Themen liebevoll heranzuführen.

Der Schlüssel zum Glück liegt immer in uns. Davon bin ich überzeugt. Je tiefer und besser wir uns selbst kennen, verstehen und annehmen, desto glücklicher und zufriedener können wir sein.

Dazu arbeitet ich seit vielen Jahren mit meinen Klienten online und offline in meiner Praxis in München.

Auf meinem Blog schreibe ich zu den Themen Selbstwertgefühl, Lebensfreude und innere Ruhe.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, holistische Psycho-Kinesiologin, Kursleiterin für Entspannungsverfahren. Mehr über mich erfährst Du hier.

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