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Warum ist Vertrauen so schwer?

von 24. Februar 2020 März 22nd, 2020 keine Kommentare

Warum fällt es uns so schwer zu vertrauen?

Ein Gastartikel von Karoline Bruse
www.karolinebruse.at 

Oft kommt mir der Satz: “Du musst doch  einfach nur vertrauen“ in die Quere. So lapidar daher gesagt oder geschrieben, als würde man raten, einfach nur einen Regenschirm einzustecken.

„Ach ja klar, kein Dingen. Hatte ich aus Versehen vergessen. Ich muss ja nur mal eben vertrauen, dann klappt das schon…“ 

Ja. Auch ich bin ein Fan vom Vertrauen. Ich bin auch überzeugt, dass es uns ein großartiges Leben beschert, wenn wir uns ihm anvertrauen, dem Vertrauen. 

Ich liebe das Vertrauen. Ich kann vertrauen. Ich kann mir vertrauen.

Und: Ich habe gelernt, zu vertrauen.

In den letzten Jahren. Immer ein bisschen mehr. Kleine Schritte. Zwischendurch ein großer. Dann wieder ein kleiner.

Inzwischen kann ich das sehr gut. In manchen Bereichen konnte ich das auch von Anfang an, in anderen fällt es mir bis heute noch schwerer.

„Wie“, frage ich aber, „wie sollen wir denn alle ‚nur‘ (mal eben) vertrauen können?“

Uns, unserer Intuition, anderen, dem Leben? Wie oft sind wir alle schon mal getäuscht worden, wurde unser Vertrauen missbraucht, haben wir uns sicher gewähnt und waren doch in Gefahr?

Vertrauen ist die Basis für ein zufriedenes Leben, für gesunde Beziehungen.

Und Vertrauen ist mit das Schwerste, das wir lernen dürfen. Neben der Selbstliebe.

Irgendwie gehören sie auch zusammen, die Selbstliebe und das Vertrauen. Ich kann mir nur selbst vertrauen, wenn ich zutiefst alles an mir akzeptiere, was da ist.

Wenn ich mir meiner sicher sein kann. Und nicht anfange, an mir zu zweifeln, wenn mal ein Wagnis nicht geklappt hat. Wenn ein Mensch mich ent-täuscht hat.

Zu vertrauen ist für Viele nicht leicht.

Warum? Weil wir (fast) alle keine Mütter hatten, die uns das tiefe Vertrauen ins Leben mitgeben konnten.

Wie hätten sie es denn auch tun können? Sie waren Kriegskinder oder haben den Krieg selbst erlebt, sie waren Kinder von Menschen, die keine Chance hatten, ins Leben zu vertrauen. Im Gegenteil, sie haben ums Überleben gekämpft. Wie auch die Generationen von Frauen/Männern davor.

In meiner Welt, der Welt der Chakren, wird das Vertrauen über das Wurzelchakra genährt. Und das Wurzelchakra bildet sich im ersten Lebensjahr über die Beziehung zur Mutter aus.

Ob man das nun glaubt, oder nicht: Es gibt auch andere Forschungen und Lehren, die schon gut nachweisen können, dass wir Traumata aus unserer Ahnenreihe in uns tragen. Wäre auch irgendwie verwunderlich, wenn nicht…

Wie also, sollen wir alle denn dann „mal eben“ vertrauen?

Ich kann Lächeln, obwohl mir nicht nach Lächeln zu Mute ist,  ich kann essen, obwohl ich keinen Hunger habe, ich kann klatschen, obwohl ich den Vortrag blöd fand, ich kann mindsetten, ohne wirklich daran zu glauben, aber Vertrauen, das kann ich nicht faken!

Es ist da, oder nicht. Es ist auch manchmal in manchen Situationen da und in manchen nicht. Einigen Menschen vertraue ich sofort, anderen nicht.

Und für manche ist alles ein Wagnis. Und das ist ok. Das ist absolut ok. Und da hilft der Spruch „Vertrau doch einfach“ gar nichts.

Er löst höchstens ein Gefühl aus, das bedeutet: „Ich bin zu blöd,dumm oder ängstlich. Ich schaffe es nicht!“ Er kann klein machen. Das ist nicht ok.

Wenn ich nicht vertrauen kann, habe ich  Angst.

Und ich kann auch Angst haben und trotzdem vertrauen und den Schritt gehen.

Es klingt absurd. Ich hatte zum Beispiel echt auch Angst, meine Heimat zu verlassen, meine Freunde, mein geliebtes Ruhrgebiet. Und gleichzeitig war da ein tiefes Vertrauen. Dass ich das schaffe, dass es gut wird, dass ich mich schon auf mich verlassen kann und früh genug erkenne, sollte es nicht gut laufen. Das ist Urvertrauen.

Angst und Vertrauen können also gleichzeitig da sein. 

Angst ist ein machtvolles Gefühl. Angst hat eine Berechtigung. Sie will uns vor etwas schützen.

Manchmal allerdings an einer Stelle, die uns selber eigentlich unsinnig erscheint.

Und das liegt daran, dass unsere Amygdala zwar schnell, aber unscharf entscheidet und dann Angst erzeugt, an Stellen, die gar keine Angst erfordern.

Und trotzdem können wir sie dann nicht immer ablegen und „einfach mal eben vertrauen“.

Nicht zu vertrauen ist kein Makel. 

Vertrauen zu können ist ein großes Geschenk, das oft hinter Ängsten versteckt wurde. Hinter unseren, und denen unserer Mütter und Großmütter.

Wenn Du also das nächste Mal nicht vertrauen kannst, obwohl Dir jemand sagt: „Vertraue doch einfach“.

Akzeptiere, dass es nicht geht. Sei liebevoll mit Dir. Fühl Dich nicht klein und dumm, weil Du es mal wieder nicht schaffst.

Und dann suche Dir kleine Herausforderungen, bei denen Du anfangen kannst, Vertrauen zu üben. Denke an Momente, in denen es gut geklappt hat.

Stärke Dein Wurzelchakra, wenn Du energetisch arbeiten magst.

Und wenn Du dann aufgefordert wirst, „einfach zu vertrauen“, dann erkennst Du vielleicht schon den Unterschied zwischen „Mit Angst und Urvertrauen ins kalte Wasser springen“ und „Meine Intuition sagt mir, da sollte ich nicht vertrauen.“

Und dann höre auf Deine Intuition. 

Vertraue Dir. Du hast tief in Dir ein gutes Gespür dafür, an welcher Stelle Du vertrauen kannst und an welcher nicht.

Da bin ich ganz sicher.

SeelenGlück – Mach dich auf den Weg zu mehr Selbstliebe, innerer Ruhe und Lebensfreude!

Rosina Geltinger
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach,
Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
www.facebook.com/RosinaGeltinger
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Über die Autorin: Karoline Bruse

Die theoretische Auseinandersetzung mit den Chakren und den zugehörigen Lebensbereichen, sowie das immer wieder tiefe Verbinden mit den entsprechenden Energien und Farben haben mein Licht ins Leben geholt.

Ich habe zutiefst verstanden, warum mein Leben so und nicht anders bisher hätte laufen können. Auch wenn es etwas abgedroschen klingt, dieses Bild von der Raupe zum Schmetterling, so passt es doch sehr.

Ich wusste immer, das mehr in mir steckt und kam nicht wirklich dran. Meinen Energiekörper buchstäblich in Schwung zu bringen und, ohne Retraumatisierung und Drama, Blockaden zu lösen haben mich wieder mit mir und meiner vollen Lebenskraft verbunden.

Mein Leben ist leichter geworden.  Ich bin präsent.

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