Stressbewältigung

Überfordert? So ein Schmarrn, ich doch nicht!

von 8. Dezember 2016 Mai 22nd, 2018 keine Kommentare

Meine letzten Wochen waren anstrengend und durchwachsen. Um es gerade raus zu sagen, ziemlich beschissen. Und ich weiß auch warum, zumindest einen Aspekt davon. Die Ursache zu kennen ist eine Sache, das Problem an der Ursache zu packen und zu beheben ist eine ganz andere Geschichte…

Aber jetzt erst mal der Reihe nach.

Seit dem Frühjahr habe ich einige Ideen in Bezug auf meine Praxis. Neue Angebote, neue Marketingstrategien, neue Veranstaltungsthemen. Aber das sind alles Projekte, für die ich Zeit brauche.
Und diese Zeit hatte ich schlicht und ergreifend in den letzten Monaten nicht.

Jetzt denkst Du Dir wahrscheinlich: „Wenn Dir das wirklich so wichtig wäre, dann würdest Du Dir die Zeit nehmen. Keine Zeit zu haben ist eine Ausrede“.

Stimmt – genau so ist das! Das sehe ich auch so.

ABER, jetzt kommt das ganz große ABER:

Was ist denn, wenn uns mehrere Sachen gleich wichtig sind. Was ist, wenn mehrere Dinge auf unserer Prio Liste auf Platz 1 stehen. Und uns alle Dinge auf Platz 1 super wichtig sind. So, jetzt ham ma an Dreck im Schachterl (wie der Bayer so schön sagt). Kommt Dir das vielleicht bekannt vor?

Genau das ist mir nämlich passiert. Ich hab meine zwei kleinen Kinder, die ich über alles Liebe und die ganz klar an erster Stelle kommen. Aber, ich bin auch selbständig. Mir macht meine Arbeit viel Spaß und ich möchte meine Ideen in Bezug auf die Praxis voranbringen. Das ist mir auch total wichtig.

Überforderung, Nein danke!
Hol Dir jetzt hier kostenlos die
4 grundsätzlichen Schritte,
um Überforderung zu vermeiden.

Und letztendlich blieb mir keine Wahl, ich musste eine Prio 1 (in dem Fall, die Praxis) zurückstellen. Das war frustrierend. Vor Ideen zu sprühen, aber sie nicht umsetzen zu können empfand ich als sehr unbefriedigend.

Aber dann passierte etwas Unerwartetes. Trotz unglaublich schlechter Chancen, hab ich auf den letzten Drücker noch einen Kindergartenplatz bekommen. Und fast zeitgleich dann auch noch einen Platz in einer Spielegruppe für den Kleinen.

Das heißt: Bald habe ich Zeit! Zeit endlich meine Ideen umzusetzen.

Ich konnte es kaum erwarten und hab mental schon mit den Hufen gescharrt.

Ich habe angefangen die Ideen in meinem Kopf konkreter werden zu lassen, und hab diese teilweise schon auf Papier gebracht.

Und ich scharrte noch mehr mit den Hufen…bald ist es soweit, bald kann ich loslegen…

Endlich beginnt die Spielegruppe. Mein Kleiner hat sich schnell eingewöhnt. Dann beginnt der Kindergarten. Die Eingewöhnung von meinem Großen hat etwas länger gedauert, aber auch die Zeit ging schnell vorbei.

Und endlich ist er da, der langersehnte erste kinderfreie Vormittag, den ich ganz meinen Ideen widmen kann.

Und was passiert?

Ich werde krank. Grippe, Bettruhe, das volle Programm. Und danach komm ich auch nicht wirklich gscheit auf die Beine. Die Ausläufe der Grippe sind hartnäckig und bleiben lang. Und 4 Wochen danach werde ich gleich nochmal krank. Und die Kinder dazwischen auch und mein Lebensgefährte auch.

Jeder der mich kennt weiß, dass ich ein Fan vom ganzheitlichen Ansatz bin. Dass ich wirklich davon überzeugt bin, dass Körper und Seele engmaschig zusammenarbeiten. Das bedeutet für mich auch, dass die Seele immer einen Anteil hat, wenn wir krank werden. Ganz unabhängig davon, ob im Moment etwas rumgeht. (Es geht auch oft genug etwas rum, wo wir uns nicht anstecken.)

Also, kam ich nicht drumherum, mir meine Situation mal reflektiert anzusehen. Und das Ergebnis hat mir überhaupt nicht gefallen.

Ich habe mich in eine Situation der absoluten Überforderung gebracht. Ich hab mich selbst mental so überfordert und unter Druck gesetzt, dass mein Körper gesagt hat: „So Schätzchen, bevor Du durchstartest erholst Du Dich jetzt erst mal. Und zwar richtig, also, ab ins Bett mit Dir“. Gleichzeitig war ich total frustriert, weil überhaupt nichts voranging. Ein echter Teufelskreis.

Und den Gedanken, dass ich überfordert war mochte ich gar nicht. Würde Dir das vielleicht gefallen? Wahrscheinlich auch nicht,oder?

Ich weiß noch, als vor langer Zeit meine Therapeutin (in einem anderen Zusammenhang) gesagt hat: Da hast Du Dich in eine Überforderung gebracht. Uuuuuiiii, da hab ich ganz schön allergisch reagiert. Das war genauso schlimm, wie damals als mein Lehrer in der 9 Klasse zu mir sagte ich sei sensibel. Hey, in der 9 Klasse ist man cool, aber bestimmt nicht sensibel. Und genauso bin ich natürlich nicht überfordert!

Überfordert sein heißt doch, dass man sein Zeug nicht gebacken bekommt, dass man sein Leben nicht gscheit organisiert hat und man offensichtlich nichts auf die Reihe bekommt. Also nein, überfordert bin ich nicht. Ich will nicht überfordert sein!

Überforderung, Nein danke!
Hol Dir jetzt hier kostenlos die
4 grundsätzlichen Schritte, um Überforderung zu vermeiden.

Aber jeder Widerstand half nichts, ich muss es mir eingestehen: Ich bin überfordert und ich habe mich selbst überfordert! Das kann ich jetzt drehen und wenden wie ich will, dass ist die Wahrheit. Im Moment zumindest.

Aber trotzdem habe ich daraus etwas Wichtiges gelernt. Ich habe ein paar gute Erkenntnis aus diesen letzten Wochen mitgenommen:

1. Sich überfordert zu fühlen ist vollkommen in Ordnung. Das ist nichts Schlimmes oder Negatives. Man hat sich einfach zu viel aufgehalst, deshalb fühlen wir uns so. Und das ist okay.

2. Wir überfordern uns vor allem mit Dingen, die uns wichtig sind und die wir lieben. (Das war für mich eine Überraschung…)

3. Eine gesunde Selbstregulierung ist der Schlüssel, Überforderung zu vermeiden. (Wie das funktioniert kannst Du hier nachlesen)

Überforderung entsteht meist aus einem inneren Konflikt, den ich nur suboptimal lösen kann. (z.B. weil ich mich zwischen 2 Dingen entscheiden muss, obwohl ich mir beides sehr wünsche.)

Also, diese Erkenntnisse muss ich jetzt erst mal sacken lassen…

Liebe Grüße

Rosina Geltinger

PS.Wenn Dich das Thema näher interessiert, Du Frage oder Anregungen hast, dann schreib mich an unter mail@rosinageltinger.de oder hinterlasse hier einen Kommentar.

Rosina Geltinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach, Kursleiterin für Entspannungsverfahren

www.rosinageltinger.de
www.facebook.com/RosinaGeltinger
www.xing.com/profile/Rosina_Geltinger

Beitrag drucken

Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich habe mich selbst jahrzehntelang immer wieder selbst in Überforderungssituationen gebracht. Mir war sehr lange nicht bewusst, welche Muster mich da antrieben, ich hab es als „es ist halt so“ angenommen. Bis ich irgendwann nicht mehr konnte. Und das war der Anfang aller Veränderung.

Heute helfe Menschen dabei Krisen zu überwinden, und die darin verborgenen Schätze zu bergen. Denn in jeder Krise steckt eine Riesenchance.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kursleiterin für Entspannungsverfahren und blogge hier auf meinem Blog www.praxis-inventio.de/blog. Mehr über mich erfährst Du hier.

Ein Kommentar hinterlassen