Gedanken

Traurige Spielplatz-Erkenntnis

von 6. März 2017 Mai 22nd, 2018 2 Kommentare

Ich möchte heute einfach mal etwas mit Dir teilen. Da hab ich weder eine Antwort drauf, noch Lösungen parat…

Ich hab letztens größere Kinder (so um die 11) beim Spielen beobachtet. Es kam immer wieder ein kleines Mädchen, 4, dazu und wollte mitspielen. Die Größeren wollten das nicht und haben sie weggeschickt. Aber sie hat sich nicht wegschicken lassen, und kam immer wieder. Bis eines der größeren Mädchen wirklich böse wurde, und die Kleine richtig beschimpfte: „Verpiss Dich, Hau ab, geh endlich weg – wir wollen nicht mit Dir spielen.“

Und was hat die Kleine gemacht? Sie ist weggegangen und hat sich selbst ein Opfer gesucht. Sie hat sich das nächst kleinere Kind, 3, gesucht, und sich darüber lustig gemacht. Sie hat ihn ausgelacht, weil er so kleine Füße hat, und überhaupt, dass er so klein ist. Hat ihm seinen Ball weggenommen. Als sie gesehen hat, dass er weint, hat sie in wieder ausgelacht und ist davon gelaufen – mit dem Ball.

Zum einen war ich stinksauer, weil der kleine Bub mein Sohn war.

Zum anderen bin ich aber auch realistisch genug zu wissen, dass, wenn noch ein kleineres Kind da gewesen wäre,mein Sohn die Wut wahrscheinlich auch einfach weitergegeben hätte.

Aber vor allen Dingen war ich schockiert. Ich war schockiert und traurig, dass dieses „Hauen und Stechen“ tatsächlich schon in so jungen Jahren beginnt.

Ich hab diese Szene beobachtet und dachte mir: mein Sohn, so leid es mir tut, aber wenn sich nicht etwas Gravierendes ändert die nächsten Jahre, wirst Du diese Erfahrung immer und immer wieder in Deinem Leben machen. Leider.

Im Privaten, dass Menschen Ihre Wut, die eigentlich woanders hingehört, an Dir ablassen, weil Sie Dich als Projektionsfläche nutzen. Im Beruf, weil der Chef seinen Druck einfach nur weitergibt, also Du den Anschiss bekommst, weil er grad einen auf den Deckel bekommen hat. Und so weiter…

Und danach hab ich angefangen mir wirklich den Kopf zu zerbrechen. Wie können wir das ändern?

Was kann jeder einzelne von uns tun, damit Kinder nicht schon von klein auf  so ein Gegeneinander, so ein „ich bin größer und stärker“ als Du, erfahren müssen? Sondern statt dessen ein „gemeinsam sind wir stärker“, „gemeinsam schaffen wir mehr“ erleben dürfen. Wie können wir es schaffen, dass wir von klein auf eine „lasst uns gegenseitig unsere Stärken stärken anstatt auf unseren Schwächen herum zu hacken“ Mentalität in unsere Welt bringen?

Ich weiß es nicht. Ich hab bis jetzt noch keine wirklich große Antwort darauf, aber ich überlege weiter…

Wenn Dir etwas einfällt, wenn Du einen Ansatz hast, dann lass es mich wissen. Gerne als Kommentar, oder auch per E-Mail mail@rosinageltinger.de.

Ich bin gespannt, ob und welche Ideen Du hast.

Viele Grüße, Rosina

Rosina Geltinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach, Kursleiterin für Entspannungsverfahren

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich helfe Menschen Krisen zu überwinden, und die darin verborgenen Schätze zu bergen. Denn in jeder Krise steckt eine Riesenchance.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kursleiterin für Entspannungsverfahren und blogge hier auf meinem Blog www.rosinageltinger.de/blog. Mehr über mich erfährst Du hier.

2 Kommentare

  • Vielen Dank für den Beitrag. Ich finde das Thema auch sehr wichtig. Meine große Tochter ist schon in der Schule und wie es da seid der ersten Klasse vor allem unter den Mädchen abgeht, finde ich erschrecken und traurig. Leider hat man als Mutter keinen Einfluss auf die Anderen, kann aber sein eigenes Kind stärken und ihm beibringen, so ein Verhalten der Anderen an sich abprallen zu lassen und es nicht an andere weiterzugeben.

  • Liebe Cordula,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Sein Kind stärken ist sicher einer der wichtigsten Punkte überhaupt, in der ganzen Eltern-Kind-Beziehung. Vielen Dank dafür.

    Ich denke was auch sicher einen großen Einfluss hat ist, was wir unseren Kindern vorleben. Wir dienen Ihnen als Modell im Sinne von „Lernen am Modell“. Das heißt, wenn wir eine konstruktive Art von Stressbewältigung und im Umgang mit Wut haben, können sie das von uns lernen. Oder eben auch nicht…

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