Du warst nicht gewollt!

Es ist stürmisch. Es ist kalt. Es ist dunkel. Ein grauenvoller Abend.

Ich muss mit beiden Händen das Lenkrad richtig festhalten, sonst drängt mich der Sturm von der Straße ab. Was für ein Unwetter.

Ich hab kein gutes Gefühl. Ich hätte nicht fahren sollen. Es ist viel zu gefährlich hier draußen.

Aber was war die Alternative? Dort bleiben? Nein, ganz bestimmt nicht. Nicht noch einmal. Das hab ich schon viel zu oft gemacht.

Die Sätze in meinem Kopf peitschen schlimmer als der Sturm draußen.

„Du warst nicht gewollt“, „Dein Vater war ein gewalttätiges Monster“, „Du hast mir mein Leben versaut“, „Ich wünschte, ich hätte keine Kinder bekommen“.

Warum? Warum war sie dieses mal so verdammt ehrlich? Sie hat schon so oft gelogen. Warum nicht dieses mal?

Ich hab das eh alles gewusst. Ganz tief in mir drin. Ihre Worte haben mich nicht überrascht. Aber es ist nochmal was ganz anderes, es wirklich zu hören.

Das tut weh. Richtig weh.

Mein ganzer Körper ist verspannt. Mein Kopf dröhnt, die Augen tun mir weh. Alles tut weh. Ich kann mich nicht mehr zusammenreißen, ich kann mich nicht mehr beherrschen.

Es bricht alles aus mir heraus. Tränen und Schreie – ich hab noch nie in meinem Leben so geschrien. All die Wut, Aggression, Traurigkeit, Hilflosigkeit und Machtlosigkeit, alles kommt jetzt raus. In einer Wucht, die mich fast umhaut.

Der nächsten Morgen.

Gott sei Dank – ich bin heil nach Hause gekommen. In meinem Zustand und bei dem Unwetter ein echtes Glück.

Ich fühle mich vernebelt. Verkatert, ohne einen Tropfen Alkohol. Irgendwie war dieser Abend total surreal. Wie in einem schlechten Film.

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Aber tief in mir spürte ich: Irgendwas hat sich verändert. Irgendwas ist anders.

Ganz tief in mir fühlte sich irgendwas gut an. Ich kann es nur nicht greifen. Und ich bin noch viel zu durcheinander.

Ich muss raus, ich brauche frische Luft. Am liebsten würde ich meinen Kopf in Eiswasser stecken, um endlich wieder klar zu werden.

Es ist ein frischer Morgen, die kalte, frische Luft kühlt meine Stirn, kühlt meinen Kopf. Das tut gut.

Ich gehe und gehe, ohne Gefühl für Raum und Zeit. Ich lauf einfach nur um einen klaren Kopf zu bekommen.

Ganz langsam merke ich, wie ich mich entspanne. Der Nebel verschwindet langsam. Mein Kopf wird klarer. Mein ganzer Körper entspannt sich. Ich entspanne mich.

Ich setze mich auf eine Parkbank, höre den Vögeln beim singen zu und bin plötzlich ganz ruhig. Ich spüre so ein zufriedenes, glückliches Gefühl in mir.

Hääää?????? Denk ich mir. Was ist denn jetzt los? Wo kommt denn dieser Wandel her? Warum fühl ich mich plötzlich gut?

Ich fang an zu analysieren und darüber nachzudenken, warum ich mich jetzt besser fühle. Es hat sich doch nichts an der Situation geändert. Das verstehe ich nicht.

Und ich merke, dass ich mir die Gedanken nicht gut tun, ich verspanne mich wieder. Deshalb beschließe ich, die Gedanken einfach weiterziehen zu lassen und mich einfach darüber zu freuen, dass es so ist – ohne groß drüber nachzudenken warum und weshalb.

Ich hatte noch einen schönen, entspannten Tag und dieses tiefe Gefühl der inneren Zufriedenheit hat noch lange angehalten. Klar mit Schwankungen nach unten und nach oben, aber das ist ja ganz normal.

Und was hab ich draus gelernt?

Heute viele Jahre später, weiß ich was damals eigentlich passiert ist. Warum ich mich plötzlich so viel besser fühlte.

Und das eigentlich ist das auch gar nicht so schwer.

1. Ich bin aktiv geworden

Ich hab mich nicht hilflos dieser Situation ausgeliefert, die mir nicht gut tat. Sondern ich habe gehandelt, ich bin gegangen. Und das war wichtig. Sehr wichtig sogar. Denn wenn wir passiv bleiben und es „aushalten“ finden wir uns selbst ganz schnell in der Opferrolle wieder.

Also, mein Tipp 1: Aktiv sein und Handeln!

2. Ich hab meine Gefühle zugelassen

Klar waren dieTraurigkeit, die Wut und die Hilflosigkeit kein angenehmes, wohliges Gefühl. Aber, wenn die Gefühle da sind, sind sie da. Sie gehen nur vorüber, wenn wir sie zulassen und da sein lassen. Verdrängen, verleugnen, ablenken – all das funktioniert nur zeitlich sehr befristet, bis es Dir doppelt und dreifach um die Ohren gehauen wird.

Tipp 2: Gefühle zulassen, anstatt dagegen anzukämpfen.

3. Ich hab die Gefühle nicht weg-intellektualisiert

Wir sind oft so verkopft, dass wir das spüren dabei total vergessen. Deswegen, wenn sich etwas gut anfühlt, dann fühlt es sich gut an. Punkt

Tipp 3: Öfter mal den Kopf ausschalten.

Rosina Geltinger, Heilpraktikerin für Psychotherapie,
psychologischer Coach, Kursleiterin für Entspannungsverfahren

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Über die Autorin: Rosina Geltinger

Ich helfe Menschen Krisen zu überwinden, und die darin verborgenen Schätze zu bergen. Denn in jeder Krise steckt eine Riesenchance.

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kursleiterin für Entspannungsverfahren und blogge hier auf meinem Blog www.rosinageltinger.de/blog. Mehr über mich erfährst Du hier.

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